Dienstag, 30. November 2021

Schlag gegen „venezianische Mafia“: 39 Festnahmen

Die italienische Polizei hat 39 Personen festgenommen, die beschuldigt werden, die Bande „Mala del Brenta“ wieder aufgebaut zu haben, ein in Venetien beheimateter Kriminellenring, der in den 1970er Jahren mit illegalem Waffenhandel und Überfällen große Geschäfte machte.

39 Personen wurden unter dem Verdacht festgenommen, der venezianischen Bande „Mala del Brenta“ anzugehören.
39 Personen wurden unter dem Verdacht festgenommen, der venezianischen Bande „Mala del Brenta“ anzugehören. - Foto: © ANSA / CARABINIERI
Die Bande war auch als „venezianische Mafia“ bekannt. Den Mitgliedern der neuen Organisation werden Waffen- und Drogenhandel, Erpressung und Überfälle vorgeworfen, teilten die Ermittler am Dienstag mit.

Ermittlungen gegen 80 Personen

5 Jahre lang laufen schon die Ermittlungen gegen Mitglieder der Bande. Einige von ihnen versuchten, die Kontrolle über die großen Touristenströme in der Lagune von Venedig zu übernehmen, erklärten die Staatsanwälte. Ermittelt werde gegen insgesamt 80 Personen. Hausdurchsuchungen wurden in mehreren Städten, darunter Padua, Treviso und Siena, durchgeführt.

Bis zu 500 Männer war die „Mala del Brenta“ zu ihren Blütezeiten stark. Sie entstand in den 60er-Jahren, in dem Dreieck Mestre, Padua und Chioggia. Als ihre Vorbilder galten die sizilianischen Mafiaclans Badalamenti und Fidanzati. Die Kriminellen raubten Banken und Geschäfte aus, handelten mit Drogen, Waffen und hatten auch Menschenleben auf dem Gewissen.

Die „Mala del Brenta“ inspirierte Autoren wie Massimo Carlotto zu Kriminalromanen und zog das Interesse von Soziologen und Politologen auf sich. Das hatte auch mit der Person des Kriminellen Felice Maniero zu tun, der die Organisation jahrelang führte. 1994 wurde Maniero gefasst und zu 33 Jahren Haft verurteilt. 2010 kam er frei, weil er mit der Justiz kollaboriert hatte.

apa