Donnerstag, 05. März 2015

Schlepper auf Sizilien nach Flüchtlingsdrama festgenommen

Nachdem beim Kentern eines Flüchtlingsbootes vor Sizilien am Dienstag mindestens zehn Menschen ertrunken sind, hat die italienische Polizei am Donnerstag einen mutmaßlichen Schlepper aus dem Senegal festgenommen.

Foto: © APA/EPA

Der 21-Jährige wird beschuldigt, 94 Migranten an Bord eines Schlauchbootes genommen zu haben, das gekentert ist.

Ein Boot der italienischen Küstenwache, das zuvor bereits 318 Flüchtlinge an Bord genommen hatte, konnte 121 Flüchtlinge retten.

Wie die italienische Küstenwache berichtete, war sie von einem Schlepper einer libyschen Ölplattform auf das gekenterte Migrantenboot aufmerksam gemacht worden.

Binnen 24 Stunden kam es zu sieben Einsätzen, bei denen insgesamt 941 Migranten gerettet wurden. Unter ihnen seien mehr als 30 Kinder und eine Hochschwangere gewesen. Sie wurden nach Sizilien geführt.

50.000 Dollar für Fahrt nach Italien

Die überlebenden Migranten berichteten, dass der festgenommene Schlepper über 50.000 Dollar (44.947,86 Euro) für die Fahrt von Libyen nach Italien kassiert habe. 2014 wurden in Italien insgesamt 200 Schlepper festgenommen.

Inzwischen wächst die Sorge wegen zwei Schlauchbooten mit 190 Migranten, die am Donnerstag vor Sizilien wegen des schlechten Wetters in Seenot geraten sind.

Die Flüchtlinge baten die italienische Küstenwache mit einem Anruf per Satellitentelefon um Hilfe.

Schiffe der italienischen Küstenwache, die im Rahmen der EU-Grenzschutzmission „Triton“ eingesetzt sind, eilten den Flüchtlingen zur Hilfe. Wegen der sechs hohen Meter Wellen gestaltete sich die Rettungsaktion jedoch als besonders schwierig.

apa

stol