Mittwoch, 11. Januar 2017

Schlepper in Italien und Deutschland verhaftet

Sie sollen Menschen für viel Geld von Pakistan nach Deutschland geschmuggelt haben. Nun ist der Ring aufgeflogen. Und Praktiken der Schleuser werden bekannt.

Die Polizei der italienischen Adria-Stadt Ancona hat mit der deutschen Bundespolizei einen Schlepperring zerschlagen.
Die Polizei der italienischen Adria-Stadt Ancona hat mit der deutschen Bundespolizei einen Schlepperring zerschlagen. - Foto: © LaPresse

Ein internationaler Schleuserring ist in Italien und Deutschland aufgeflogen. Die Bande bestehe aus mehreren Pakistanern, die Dutzende Menschen aus Pakistan über die Balkanroute geschmuggelt hätten, teilte die italienische Polizei am Mittwoch in Ancona mit.

Ein Verdächtiger sei in Italien, ein weiterer in Deutschland festgenommen worden. Ihnen wird neben Schleusung auch erpresserischer Menschenraub vorgeworfen. Die Staatsanwaltschaft Hof war an den Ermittlungen beteiligt.

Im April vergangenen Jahres habe ein Mann aus Pakistan ausgesagt, dass er von Landsleuten in einer Wohnung in Belgrad gefangen gehalten und erst nach Zahlung von 6000 Euro freigelassen wurde – zusätzlich zu den 2000 Euro, die er für seine Flucht nach Deutschland bereits bezahlt hätte.

Auch Grenzbeamte bestochen

Der Kopf der Bande in Italien wohne in Macerata südlich von Ancona, hieß es in der Mitteilung der Polizei weiter. Insgesamt gerieten in Italien und Deutschland jeweils drei Verdächtige ins Visier der Ermittler, zwei davon wurden verhaftet.

Mehrere Dutzend Menschen aus Pakistan soll die Bande nach Deutschland und nach Frankreich geschmuggelt haben, nachdem diese zwischen 3000 zu 8500 Euro bezahlt hätten. Die Route ging mit Autos und Zügen von der Türkei über Griechenland, Mazedonien, Serbien, Österreich und Ungarn. Um Frankreich zu erreichen, seien sie über Italien gegangen.

Über die Grenzen ging es teils kilometerlang zu Fuß. In einigen Fällen sollen die Verdächtigen auch Grenzbeamten bestochen haben.

dpa

stol