Montag, 09. Januar 2017

Schlepperei-Verdacht: Fadel bleibt in U-Haft

Der der Schlepperei verdächtigte Firas Fadel (38) hat bei der Haftprüfung im Bozner Gefängnis sämtliche Vorhaltungen zurückgewiesen.

Der Iraker Firas Fadel (kleines Bild) wurde am Freitag an seinem Arbeitsplatz am Brenner verhaftet. - Foto: Polizei
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Der Iraker Firas Fadel (kleines Bild) wurde am Freitag an seinem Arbeitsplatz am Brenner verhaftet. - Foto: Polizei

Er habe die illegale Weiterfahrt von Flüchtlingen nach Deutschland nicht begünstigt, schon gar nicht habe er dafür Geld genommen. „Ich habe am eigenen Leib erlebt, was es heißt, aus der Heimat zu flüchten: Ich würde nie und nimmer die Lage dieser Menschen ausnützen. Ich habe kein Geld eingesteckt“, sagte er vor Richter Walter Pelino.

Der Richter verfügte, dass Fadel vorerst in U-Haft bleibt. Noch innerhalb dieser Woche möchte Fadel dem ermittelnden Staatsanwalt Igor Secco detailliert Rede und Antwort stehen.

Anwalt: Nichts als Erstbetreuung

Rechtsanwalt Nicola Nettis zufolge wisse sein Mandant nicht, weshalb die Syrer, die ausgesagt haben sollen, im Büro des Vereins „River Equipe“ am Brenner Geld für ihren illegalen Transport nach Deutschland bezahlt zu haben, ihn beschuldigten. Mehr als die Erstbetreuung habe Fadel für die Familie nicht tun können. Möglicherweise seien diese Personen „enttäuscht“ gewesen und hätten deshalb so ausgesagt.

Von 2700 Euro ist die Rede

Die Ermittlungen sollen aber ergeben haben, dass die Syrer insgesamt 2700 Euro bezahlt hätten.

„Dies ist der einzige Vorwurf gegen meinen Mandanten, in dem es um eine Geldzahlung geht“, unterstreicht Nettis. Man warte auf die Ermittlungsakten aus Deutschland, um die Vorwürfe genauer nachvollziehen zu können. Die anderen beiden Vorhaltungen lauten auf Verstoß gegen die Einwanderungsgesetze.

Fadel  soll unterstrichen haben, dass er und seine Mitarbeiter die Flüchtlinge nur verpflegt, ein paar Tage aufgenommen und dann zum Bahnhof gebracht hätten. Den Ermittlungen zufolge soll Fadel den Flüchtlingen aber auch Tipps gegeben haben, welche Züge am wenigsten kontrolliert werden.

Wie berichtet, hat die Polizei am Wochenende einen Schlepperring gesprengt, der auch in Südtirol operiert haben soll. Unter anderem klickten für Firas Fadel die Handschellen. Ihm wird Beihilfe zur illegalen Einwanderung vorgeworfen.

rc/stol

stol