Die Besitzerfamilie Runer habe Interesse bekundet, ihre Diskothek in Wohnkubatur umwidmen zu lassen, sagt Bürgermeister Bernhard Paris. Das sei derzeit jedoch nicht möglich. Umso entschiedener stellt er sich hinter die jahrzehntealte Diskothek in seiner Gemeinde – ähnlich wie zuletzt die Brixner Stadtverwaltung hinter den Club „Max“.<BR /><BR />„Auch junge Menschen müssen die Möglichkeit haben, etwas zu erleben“, sagt Paris. „Wir brauchen solche Lokale, und jeder von uns war einmal jung und wollte ausgehen.“ Seit seinem Amtsantritt im Mai 2025 sei der „Après Club“ in Gargazon bereits einige Male aufgrund von Vorfällen behördlich geschlossen worden; die Betreiberfamilie habe deshalb „die Schnauze voll“.<BR /><BR /> Jüngst habe es auf einem Parkplatz vor einem Supermarkt in Bozen eine Messerstecherei gegeben. „Wurde das Geschäft deshalb für einen bestimmten Zeitraum von den Behörden geschlossen?“, fragt der Bürgermeister. „Nein, eine Diskothek hätte man vermutlich für einige Zeit zugesperrt.“<BR /><BR /><embed id="dtext86-75487645_quote" /><BR /><BR />Es brauche Ordnung, aber vielfach trage nicht der Betreiber die Schuld an Straftaten, die in oder vor einer Diskothek begangen würden. „Was kann ein Gastwirt dafür, wenn es zu einer Schlägerei kommt?“, fragt Paris in Richtung Behörden. „Er hat ja bereits einen Sicherheitsdienst. Wenn er seine Hausaufgaben nicht macht, muss das beanstandet werden, aber sonst sollte man ihn arbeiten lassen. Einem Betreiber darf man nicht für alles die Schuld geben. Das ist auch nicht in Ordnung.“ In erster Linie seien die Eltern dafür verantwortlich, dass ihre Kinder nicht zu viel trinken und sich nicht prügeln. Das habe mit Erziehung zu tun, betont er. <BR /><BR />Alkohol dürfe bekanntlich an Unter-18-Jährige nicht ausgeschenkt werden. „Aber wenn ihn jemand an der Theke abholt, der volljährig ist und ihn dann an Jüngere weitergibt, kann man nicht den Betreiber dafür verantwortlich machen“, sagt der Bürgermeister. „Und viele Besucher kommen schon alkoholisiert ins Lokal.“ Paris betont, dass er als junger Mann selbst in Diskotheken gejobbt habe. „Die Betreiber hatten es schon damals nicht einfach – und es wird immer schwieriger“, blickt er zurück.<BR /><BR />Eines bemängelt Paris: „Es kann nicht sein, dass es heute erst ab Mitternacht Angebote für junge Leute gibt; früher ging es schon nachmittags los, dann war aber auch um 1.30 oder 2 Uhr Schluss.“ Je früher eine Diskothek schließe, desto geringer sei das Sicherheitsrisiko – auch in Sachen Drogen. „Und die Polizeikräfte sollten bei solchen Clubs regelmäßig Präsenz zeigen und nicht erst kommen, wenn etwas passiert ist“, fordert Paris.<BR /><BR />Lobend erwähnt er, dass das „Après“ beispielsweise Maßnahmen zur Lärmreduzierung gesetzt habe. Und die Gemeinde arbeite daran, direkt vor der Diskothek eine Bushaltestelle errichten zu lassen, um die Sicherheit zu erhöhen, berichtet der Bürgermeister.