Dienstag, 03. Juli 2018

Schluss mit Schael: Vertrag wird aufgelöst

Die Gerüchteküche brodelte schon länger, am heutigen Dienstag wurden die Gerüchte nun bestätigt: Der Vertrag mit dem Generaldirektor des Südtiroler Sanitätsbetriebes, Thomas Schael, soll einvernehmlich aufgelöst werden.

Sanitätsdirektor Thomas Schael muss gehen.
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Sanitätsdirektor Thomas Schael muss gehen. - Foto: © STOL

Nach der Sitzung der Landesregierung am heutigen Dienstag fand ein 6-Augen-Gespräch zwischen Landeshauptmann Arno Kompatscher, Gesundheits-Landesrätin Martha Stocker und Generaldirektor Thomas Schael statt. 

Wie Arno Kompatscher und Martha Stocker anschließend gegenüber Medien bekannt gaben, wird der Vertrag mit Generaldirektor Thomas Schael vorzeitig und einvernehmlich aufgelöst werden. Knapp 2 Jahre hätte Schael unter „normalen“ Umständen noch Generaldirektor des Sanitätsbetriebs sein sollen. Doch die Versicherungs-Panne im Südtiroler Sanitätsbetrieb hat für Schael nun Konsequenzen.

„Die gesamten Unterlagen, vor allem in Bezug auf das Versicherungschaos, wurden gesichtet. (STOL hat berichtet) Es wurde klar, dass eine Zusammenarbeit mit Generaldirektor Schael nicht mehr möglich sei. Die Basis ist zerrüttet, wir streben aber eine einvernehmliche Lösung an“, erklärte Martha Stocker die Entscheidung.

Details sollen in weiteren Gesprächen geklärt werden.

Mair: „Entscheidung zu Schaels Vertragsausstieg war überfällig“

Die freiheitliche Fraktionssprecherin im Südtiroler Landtag, Ulli Mair, sieht in der Entscheidung der Landesregierung, dem Generaldirektor des Sanitätsbetriebes Dr. Schael den Vertrag vorzeitig aufzukünden, eine Wahlkampfmanöver.  

„Es wird kaum einen Bürger in Südtirol geben, der die Entscheidung der Landesregierung zur vorzeitigen Vertragsaufkündigung von Dr. Schael nicht gutheißen würde, aber hierbei handelt es sich um ein politisches Manöver in Vorwahlzeiten“, erklärte die freiheitliche Fraktionssprecherin im Südtiroler Landtag, Ulli Mair. 

„Viel zu spät kam diese Entscheidung seitens der Landesregierung, zumal sich die Probleme im Sanitätsbetrieb angehäuft haben. Die Standbeine der peripheren Krankenhäuser wackeln, die Geburtenstationen und somit ein Stück wertvolle Nahversorgung wurden abgebaut und der Notstand der offenen Hausarztstellen lässt sich kaum mehr übertünchen“, kritisiert Mair. 

„Trotz der Entscheidung zur Vertragsauflösung zeichnet die SVP für die Unzulänglichkeiten im Sanitätswesen verantwortlich, immerhin wurde Dr. Schael bisher stets von der Landesregierung bei jeder Gelegenheit verteidigt und seine Maßnahmen gutgeheißen. Vor den Wahlen wird nun eine unübersichtliche Baustelle bei der Gesundheitsversorgung hinterlassen ohne jeglichen Ansatz einer Problemlösung“, schließt Mair.

Süd-Tiroler Freiheit: „Gut, dass Sie gehen, Herr Schael!“ 

Auch die Süd-Tiroler Freiheit freut sich über die Entscheidung der Landesregierung, den Vertrag von Dr. Thomas Schael, dem Generaldirektor des Gesundheitswesens, vorzeitig aufzulösen.  

„Dr. Thomas Schael hinterlässt einen Scherbenhaufen!“, äußerte sich der Landtagsabgeordnete Sven Knoll. Es sei gut, dass der Generaldirektor für das kontinuierliche Herunterwirtschaften des Gesundheitswesens nun die Konsequenzen ziehen müsse. 

Die Landesregierung mahnt Knoll, die Entlassung Dr. Schaels nicht nur aus Gefälligkeit den Wählern gegenüber zu veranlassen, sondern mit dem Vorsatz, das krankende Gesundheitswesen von Grund auf zu erneuern.

stol

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