Die Polizei fand den 39-Jährigen in seiner Villa in Soiano am westlichen Ufer des Gardasees, in dem er mit seiner Frau Antonella und seinem 9-jährigen Sohn lebt, und nahm ihn fest. Bozzoli war in seinem Zimmer unter einem Bett versteckt. Bei sich hatte er 50.000 Euro bar. Der Mann hatte sich einen Bart wachsen lassen, um nicht erkannt zu werden. In der Wohnung hatte die Polizei mehrere Wanzen versteckt. In ganz Europa wurde Bozzoli mit internationalem Haftbefehl gesucht. Eine Spur hatte nach Spanien und sogar nach Marokko geführt.<BR /><BR />Der Fall beschäftigt seit Tagen die italienische Öffentlichkeit. Der Unternehmer wurde vergangene Woche lebenslänglich verurteilt, weil er 2015 seinen Onkel Mario Bozzoli getötet und die Leiche in den Schmelzofen des Stahlwerks des Familienunternehmens geworfen haben soll, um so jede verdächtige Spur zu vernichten. Zwischen den beiden hatte es öfters Streit um die Führung des Familienunternehmens gegeben. Laut den Ermittlern habe er seinem Onkel gegenüber Hass gehegt, weil dieser aus seiner Sicht hinter dem Rücken der restlichen Familie Geld gescheffelt habe.<BR /><BR />Nach der rechtskräftigen Verurteilung durch das Kassationsgericht in Rom am 1. Juli waren Bozzoli, seine Frau und der Sohn verschwunden. Ihre Namen wurden in die nationale Datenbank der Strafverfolgungsbehörden aufgenommen. Nach einigen Tagen meldeten sich die Frau und der Sohn, die nach Hause zurückgekehrt waren, bei der Polizei. Die Frau behauptete, sie habe mit ihrem Mann eine Urlaubsreise nach Spanien unternommen, danach hätten sich ihre Wege getrennt. Jetzt sitzt Bozzoli im Gefängnis von Brescia. Seine Familie hatten ihn wiederholt aufgerufen, sich den Justizbehörden zu stellen. In Haft saß er bis heute keinen einzigen Tag. Auch ein Geständnis legte er nie ab.<BR /><BR />Im Prozess behauptete er, seinen Onkel geliebt zu haben. Den Leichnam des Ermordeten entsorgte Bozzoli nach den Ermittlungen sofort nach der Tat mithilfe von zwei Arbeitern im Hochofen. Einer der beiden wurde 6 Tage danach tot in einem Wald gefunden. Er hatte eine Kapsel Zyankali geschluckt - vermutlich Suizid.