Freitag, 15. November 2019

Wetterchaos in Südtirol: Viele Haushalte ohne Strom, viele Straßen gesperrt

Wie vorausgesagt, haben in der Nacht auf Freitag aufgrund des Mittelmeertiefs ergiebige Niederschläge eingesetzt, die im ganzen Land anhalten. Zivilschutzstatus Bravo bleibt aufrecht.

Auch die  Landesstraße von Mühlen nach Mühlwald musste wegen umgestürzter Bäume gesperrt werden.
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Auch die Landesstraße von Mühlen nach Mühlwald musste wegen umgestürzter Bäume gesperrt werden. - Foto: © FFW Mühlwald

Bei einer Sitzung der Bewertungsgruppe im Landeswarnzentrum in der Agentur für Bevölkerungsschutz wurde Freitag Mittag beschlossen, den Zivilschutzstatus Bravo (Voralarm) beizubehalten, erklärt der Vorsitzende der Bewertungskonferenz und Koordinator des Landeswarnzentrums Willigis Gallmetzer.

Zivilschutzstatus Bravo (Voralarm) ist die 3. Stufe der vierstufigen Skala und bedeutet, dass ein für den Zivilschutz relevantes Ereignis eingetreten ist, die Einsatzkräfte sind auf den Plan gerufen, alle Behörden im Zivilschutzsystem sind informiert.

Regen und Schnee im ganzen Land

Seit Donnerstag Nacht haben, wie vom Landeswetterdienst im Hydrographischen Landesamt vorausgesagt, ergiebige Niederschläge eingesetzt.
Die Schneefallgrenze bewegt sich zwischen 500 und 1200 Metern Meereshöhe.

Es regnet und schneit in ganz Südtirol, in den Vormittagsstunden vor allem im Ultental und Passeiertal, am Nachmittag verlagert sich der Schwerpunkt Richtung östliche Landeshälfte.

Aufgrund dieser Prognose und der derzeitigen Lage ist mit Lawinen und Gleitschneelawinen, Baumstürzen, Steinschlägen und Rutschungen, kleinräumigen Überflutungen, Stromausfällen und Kommunikationsausfällen und Verkehrsbehinderungen zur rechnen.

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Martin Ausserdorfer, der Bürgermeister von St. Lorenzen, hat via Facebook erneut dazu aufgerufen, daheimzubleiben:

Im Berggebiet bitte alle daheim bleiben! Die Straßen nicht nutzen. Es ist extrem gefährlich mit dem Regen jetzt. Bäume...

Pubblicato da Martin Ausserdorfer su Venerdì 15 novembre 2019


Verkehrsmeldezentrale: Gesperrte Straßen

Aufgrund von Lawinen, umgestürzten Bäumen oder aus Sicherheitsgründen müssen immer mehr Straßen im ganzen Land gesperrt werden. Hier die wichtigsten davon (Stand 15.30 Uhr):


Eine Lawine hat im Schnalstal zwischen Karthaus und Unsere Frau die Straße verlegt, am Taleingang ist sie wegen einer Mure gesperrt.

Auch das hintere Martelltal ist ab Gand aus Sicherheitsgründen gesperrt. Zeitweise war auch die Straße ins Ridnauntal zu, mittlerweile ist sie laut Verkehrsmeldezentrale aber wieder geöffnet.

Die Eggentaler Straße ist zwischen Birchabruck und Karerpass gesperrt.

Die Pustertaler Staatsstraße ist zwischen Kiens und St. Lorenzen auf Höhe Kniepass sowie kurz vor der Grenze zu Osttirol gesperrt. Geschlossen ist auch die Straße zum Lavazè-Joch. Das Landesamt für Geologie meldet einen Steinschlag am Fennberg.

Gesperrt ist auch die Gadertaler Straße zwischen Zwischenwasser und Pedratsches. Die Alemagna-Staatsstraße südlich von Toblach ist ebenfalls zu.

Auch die Pustertaler Sonnenstraße zwischen Vintl und Issing sowie zwischen Pfalzen und Stegen musste gesperrt werden genauso wie die Straße zwischen Mühlen in Taufers und Mühlwald.


Längs der Pustertaler Staatsstraße ging zwischen St. Sigmund und Kiens am Nachmittag eine kleine Mure nieder, die zu weiteren Verkehrsbehinderungen geführt hat. Die Freiwillige Feuerwehr St. Georgen dämmte die Mure ein und übernahm die Straßenreinigung.

Aktualisierung aus dem Lagezentrum

Am Freitagvormittag waren noch 1220 Abnehmer ohne Strom, darunter in Lajen, Taisten, St. Lorenzen und Kastelruth.

Der Stromverteiler Edyna hat alle seine Stromaggregate installiert.

Die Wildbachverbauung, das Weiße Kreuz und die Freiwilligen Feuerwehren haben sechs Stromaggregate zur Verfügung gestellt. Edyna meldet, dass die Anzahl der Haushalte ohne Strom zunehmen wird.

Die Reparatur der unterbrochenen Leitungen ist wegen der Wetterbedingungen extrem schwierig. Die Wetterverhältnisse bleiben weiterhin schwierig, deswegen werden einige Reparaturen einige Tage in Anspruch nehmen.

lpa/liz