Mit der Schneeschmelze im Frühling können kleine Rinnsale im Hochgebirge zu reißenden Gebirgsbächen anschwellen. Damit steigt die Gefahr für Hochwasser und Überschwemmungen. Um rechtzeitig einschreiten zu können, kontrolliert der Zivilschutz den Wasserstand der Bäche regelmäßig. Mit Abschluss eines gemeinsamen Projekts zwischen EURAC und italienischer Weltraumagentur (ASI) stehen den Beobachtern nun zusätzlich Satellitendaten zur Verfügung, mit denen die Schneeschmelze noch besser überwacht werden kann.Die Wissenschaftler stützten sich bei ihren Berechnungen auf zwei Testzonen in Südtirol, nämlich auf das Ultental und das Gebiet rund um den Brenner. Radarsensoren reagieren auf Wasser Im Gegensatz zu optischen Sensoren bei Satelliten reagieren Radarsensoren auf Wasser. „Wird das Signal eines Sensors schwächer, wenn er auf ein Schneefeld trifft, heißt das, dass sich dort Wasser angesammelt hat und der Schnee bereits schmilzt“, erklärt Claudia Notarnicola, Wissenschaftlerin am EURAC-Institut für Angewandte Fernerkundung. „Beobachten die Fachleute – unter anderem jene des Zivilschutzes - diese Daten über einen längeren Zeitraum, könnten sie mitverfolgen, wie schnell der Schnee schmilzt und damit die Hochwassergefahr besser abschätzen.“ Unterstützt von der italienischen Raumfahrtagentur, hat das EURAC-Institut Algorithmen entwickelt, mit denen die Daten von COSMO-SkyMed-Satelliten ausgewertet werden können. Die vier Satelliten liefern genaue Informationen über die Ausdehnung und Beschaffenheit von Schneedecken. Das Projekt der EURAC-Fernerkundler nutzt als eines der ersten das gesamte Datenpotential der Satellitengruppe.