Donnerstag, 18. Januar 2018

„Schneeteufel“ in Antholz - VIDEO

Zu einem spannenden und sehr seltenen Wetterphänomen namens „Schneeteufel“ ist es in Antholz während der letzten Trainingseinheiten zum Biathlon-Weltcup am Mittwoch gekommen.

Der sogenannte „Schneeteufel“ ist ein sehr seltenes Wetterphänomen. - Foto: Screenshot/Twittervideo
Badge Local
Der sogenannte „Schneeteufel“ ist ein sehr seltenes Wetterphänomen. - Foto: Screenshot/Twittervideo

Auch Landesmeteorologe und Wetterexperte Dieter Peterlin hat dieses seltene Spektakel bisher noch nicht beobachten können, sagt er am Donnerstag gegenüber STOL.

Auf dem Twitter-Video vom Veranstalter des Weltcups in Antholz BMW IBU World Cup Biathlon zu sehen ist eine Luftverwirbelung, die so mancher als „Tornado" klassifizieren würde.

Dieter Peterlin erklärt auf STOL-Nachfrage, dass es sich hierbei aber nicht um einen klassischen Tornado, sondern um ein noch selteneres und sehr spannendes Wetterphänomen handelt, nämlich um den sogenannten „Schneeteufel“.

„Diese „Schneeteufel“ entstehen im Vorfeld von Schneeschauern, wenn es im Zuge von einer Windböe zu einer Verwirbelung kommt“, so der Wetterexperte. „Die rotierende Luftsäule zieht lockeren Schnee in die Höhe und wirbelte ihn umher.“

Häufiger und bekannter sind die sogenannten Staubteufel. Diese entstehen nicht im Bereich von Schlechtwetterzonen, sondern bilden sich stets bei klarem Wetter, wenn die Sonneneinstrahlung unterschiedliche Teile der Oberfläche unterschiedlich erwärmt und vor allem dann, wenn der Boden überhitzt ist. Das rasche Aufsteigen der Warmluft kann dazu führen, dass sie zu rotieren beginnt.

Ähnliches Phänomen in Kärnten

Wie Landesmeteorologe Dieter Peterlin mitteilte, konnte am Mittwoch auch im Mölltal in Kärnten ein ähnliches Phänomen beobachtet werden. 

Dabei handelt es sich laut österreichischer Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) entweder um einen F0-Tornado (schwächste Klasse), oder einen sogenannten „Gustnado", eine durch eine kräftige Windböe hervorgerufene Verwirbelung. Das Wort setzt sich aus dem englischen „gust" für Sturmböe und dem Wortteil „nado" aus Tornado zusammen.

stol/vs

stol