„Ich bin wie versteinert stehen geblieben. Und wahrscheinlich war genau das der Grund, warum die Bärin sich beruhigt hat.“ Mit diesen Worten schildert eine 27-jährige Lombardin gegenüber der italienischen Tageszeitung „l'Adige“ eine außergewöhnliche Begegnung mit einer Bärin und ihren drei Jungtieren.<BR /><BR />Die Begegnung ereignete sich am Sonntag gegen 13 Uhr auf dem Wanderweg Poza Vecia, etwa zweihundert Meter oberhalb des Passes Campo Carlo Magno. Die junge Frau, die seit Jahren gemeinsam mit ihrer Familie die Sommermonate im Val Rendena in ihrem eigenen Haus verbringt, war am späten Vormittag zur Boch-Hütte aufgestiegen.<BR /><BR />Auf dem Rückweg kam es zu der überraschenden Begegnung. Während sie langsam über die weitläufigen Flächen zwischen den Bäumen hinabging – auf Wegen, die im Winter als Skipisten genutzt werden –, tauchten die Tiere plötzlich vor ihr auf, berichtet die Tageszeitung.<BR /><BR />Anders als bei anderen Vorfällen in den vergangenen Wochen kam es weder zu einem Angriff noch zu einem Scheinangriff. Weniger Glück hatten Wanderer im Juni, eine Bärenmutter hatte einen Scheinangriff gestartet ( <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/schockmomente-im-trentino-baerin-kommt-wanderern-gefaehrlich-nah" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">mehr dazu lesen Sie hier</a>).<BR /><BR /> Die junge Frau berichtete nach ihrer Rückkehr nach Hause ihrer Mutter von dem Erlebnis. „Ich ging ganz ruhig und langsam bergab“, erzählte sie. „Dann sah ich aus den Bäumen zu meiner Linken die Bärin mit drei Jungen mitten auf der Piste auftauchen. Ich bin wie versteinert stehen geblieben. So etwas war mir noch nie passiert und ich wusste nicht, was ich tun sollte.“<BR /><BR />Die junge Frau vermutet, dass gerade ihr Verhalten dazu beigetragen hat, dass die Situation ruhig blieb. „Wahrscheinlich hat mich die Angst richtig reagieren lassen, denn indem ich unbeweglich blieb, beruhigte sich die Bärin. Nachdem sie mich angeschaut hatte, setzte sie ihren Weg fort und verschwand zwischen den Bäumen auf der anderen Seite der Piste.“<BR /><BR />Die Angst der 27-Jährigen war jedoch nachvollziehbar: Die Tiere kamen aus dem Wald in einer Entfernung von höchstens zwei Metern auf sie zu. Nach der Rückkehr nach Hause meldete die junge Frau die Begegnung der Forstbehörde. Die zuständigen Stellen werden nun alle notwendigen Überprüfungen durchführen.<BR /><BR />Im Val Rendena ist die Anwesenheit von Bären grundsätzlich bekannt. Für Überraschung sorgte diesmal jedoch der Ort der Begegnung: Die Bärin mit ihren Jungen wurde in einem stark vom Menschen genutzten Bereich gesichtet – nur zweihundert Meter von Campo Carlo Magno und etwa hundert Meter von der Montagnoli-Hütte entfernt – und das mitten am Tag.