Dank eines glücklichen Zufalls kam es dann doch nicht dazu.<BR /><BR />Die Frau lebt auf einem Hof am Riedelsberg und betreut ihren pflegebedürftigen Bruder. Am vergangenen Freitag kurz nach 16 Uhr ging ein Anruf auf ihrem Mobiltelefon ein. <BR /><BR />Eine Frauenstimme meldete sich – in Hochdeutsch: „Ihre Tochter hatte einen Unfall; sie hat ein Kind überfahren. Es ist tot.“ Die Polizei habe die Tochter festgenommen. Mit einer Kaution von 25.000 Euro käme sie frei. Es folgte ein verzweifelter Hilferuf unter Tränen: „Mame, hilf mir! Hilf mir“.<h3> „Ich war unter Schock und tat, was man verlangte“</h3>Es war ein Schock für die 70-Jährige. „Ich wollte alles tun, was die Anruferin von mir verlangte. Aber ich hatte kaum Geld im Haus“, erzählt die Frau. Sie wurde auch gefragt, ob sie Schmuck hätte. Aber auch davon besaß sie nur wenig. In ihrer Wohnung in Sarnthein hätte sie noch etwas Bargeld. <BR /><BR />„Aber das war alles zu wenig, ich war verzweifelt“, schildert die Mutter, die immer wieder darauf drängte, doch mit ihrer Tochter sprechen zu können. Da kam aber wieder nur das „Mame, hilf mir!“ <BR /><BR />Die Frau war zu aufgeregt, als dass sie Verdacht geschöpft hätte. Sie sollte Geld und Schmuck in eine Plastiktüte geben, nach Sarnthein fahren und das restliche Geld holen, um dann alles der „Polizei“ zu übergeben. <BR /><BR />Schon hatte die Frau ihre Schwester benachrichtigt, die die Pflege des Bruders kurzfristig übernehmen konnte, als ein glücklicher Zufall zu Hilfe kam: Zwei Verwandte – unter ihnen der Hofbesitzer – kamen, um die Stallarbeit zu erledigen. Sie erfuhren, was gerade lief und kontaktierten die Tochter. Diese war wohlauf, so dass klar wurde, dass es sich um einen Betrug handelte. Auch war den Männern auf ihrem Weg zum Hof ein verdächtiges Fahrzeug am Wiesenweg aufgefallen.<h3> Carabinieri verständigt – kein Einsatzfahrzeug frei </h3> Inzwischen hatte die Tochter die Carabinieri verständigt, doch – und jetzt kommt's – es hieß, man könne niemanden schicken. Die Beamten von Sarnthein seien zu dieser Zeit nicht mehr im Dienst und in Bozen wäre gerade niemand verfügbar. <BR /><BR />„Das ärgert mich jetzt noch am meisten. Ich stand immer noch telefonisch in Kontakt mit den Betrügern und hätte sie noch länger hinhalten können. Auch wäre es ein Leichtes gewesen, mit dem Traktor den Fluchtweg zu versperren. Aber das erübrigte sich dann“, sagt die Frau, die am Ende doch noch Glück hatte und vor einem Betrug verschont blieb. Sie erstattete Anzeige gegen Unbekannt.<BR /><BR /> Das Autokennzeichen hatte sich der Hofbesitzer notiert. Aber auch das half nicht weiter, gehörte es doch zu einem Auto, das angeblich 2015 verschrottet worden war.<BR /><BR />„Es tut uns sehr leid für die Frau, aber unsere Fahrzeuge waren alle im Einsatz – bei drohender akuter Gefahr“, hieß es auf Anfrage bei der Carabinieristation in Bozen.