Die Staatsanwaltschaft in Bergamo befragt heute zu dem Vorfall einen rumänischen Obdachlosen. Beim Versuch, das Mädchen seiner Mutter zu entreißen, verursachte der 47-Jährige dem Kind einen Oberschenkelbruch. Die Eltern stehen unter Schock. „Das waren wirklich hektische Momente, wir sind sehr erschüttert. Wir hatten Angst, große Angst“, sagten sie einen Tag nach dem Vorfall. <BR /><BR />Nach Angaben des Vaters saß das Mädchen anfangs im Einkaufswagen. „Es wollte laufen, also habe ich es meiner Partnerin gegeben. Es war ein Sekundenbruchteil, der Supermarkt war sehr voll, und man rechnet absolut nicht mit so etwas. Ich dachte, der Mann gehe nur in die Hocke, um sich die Schuhe zu binden. Stattdessen hob er das Kind hoch und riss es der Mutter weg“, berichtete der Vater. Er griff sofort ein und stoppte den Mann, der wenig später festgenommen wurde. Wir hatten Glück im Unglück, es ist noch glimpflich ausgegangen. Das Kind lächelt trotz seines Gipses und spielt“, sagte er. <BR /><BR />Der Tatverdächtige, ein 47 Jahre alter rumänischer Staatsangehöriger ohne festen Wohnsitz, wurde nach dem Eingreifen von Anwesenden der Polizei festgenommen und sitzt in Untersuchungshaft. Er soll dem Ermittlungsrichter vorgeführt werden. Gegen ihn wird wegen versuchten schweren Menschenraubs und Körperverletzung ermittelt. Die Eltern erstatteten Anzeige. <BR /><BR /> <video-jw video-id="0nLecCGd"></video-jw> <BR /><BR />Der Leiter der Kriminalpolizei in Bergamo, Marco Cadeddu, sprach von einem „sehr schweren Vorfall“. Zugleich habe sich gezeigt, dass das Sicherheitssystem funktioniert habe: Zahlreiche Zeugen seien eingeschritten, um Mutter und Kind zu helfen. Die Polizei habe umgehend reagiert, den Mann festgenommen und das verletzte Mädchen ins Krankenhaus gebracht.<BR /><BR />Auch Bergamos Bürgermeisterin Elena Carnevali äußerte sich bestürzt und sprach von einem „Vorfall von äußerster Schwere“. Sie bekundete der Familie ihre Solidarität und forderte Maßnahmen der Justiz, um eine Wiederholung solcher Taten zu verhindern. Zugleich verwies sie auf zunehmende soziale Problemlagen, die jedoch nicht in Straftaten münden dürften.