In Südtirol fehlen Hunderte von Kleinkindbetreuungsplätzen – so groß ist der Bedarf etwa in den Städten Meran, Bozen, Brixen und Bruneck. <BR /><BR /><BR />Allein in der Landeshauptstadt Bozen warten derzeit 480 Kinder – und deren Eltern – auf einen Kleinkindbetreuungsplatz. In Meran sind es immerhin ebenfalls über 100 Kinder, die zwischen privaten Anbietern und den Gemeindekinderhorten auf einen Platz warten. <BR /><BR />In Bruneck befinden sich aktuell 180 Kinder auf Wartelisten und in Brixen sind es 34. Diese Zahlen haben die Gemeinderäte des Team K über entsprechende Anfragen in den jeweiligen Gemeinden zusammengetragen. <h3> Unbereinigte Zahlen – Mehrfachlistungen nicht ausgeschlossen</h3>Allerdings sind das in allen Fällen unbereinigte Zahlen, die Mehrfachanmeldungen und damit Mehrfachlistungen nicht ausschließen. <BR />Und schon allein da, findet Rieder, fangen die Probleme an: „So kann man ja gar nicht feststellen, wie hoch der wirkliche Bedarf ist“. <BR /><BR />Haben schon die Gemeinden keine genauen Zahlen, so fehle laut Rieder der Landesfamilienagentur der Überblick komplett. <BR /><BR /><BR /><embed id="dtext86-64723588_quote" /><BR /><BR /><BR />„Auch wenn in den von uns ermittelten rund 700 Kindern auf Wartelisten Mehrfachanmeldungen dabei sein werden, dürfte man zusammen mit fehlenden Plätzen in den anderen Gemeinden sicherlich auf 1000 Kinder – und damit Familien – kommen, die derzeit auf einen Kleinkindbetreuungsplatz warten. Hier herrscht Handlungsbedarf“, findet Rieder. <BR /><BR /><BR />„Da helfen dann auch alle schönen Worte zum Muttertag nicht, wenn wir Mütter auf der anderen Seite so im Regen stehen lassen“, ärgert sie sich. Und die Umsetzung des Landessozialplanes oder auch des Gleichstellungsaktionsplanes werde man so nie erreichen. <h3> Anzahl und Umfang der Dienste laut Landesräte kontinuierlich gestiegen</h3>Dabei zielt letzterer „auf die Erwerbstätigkeit insbesondere für Frauen durch den bedarfsgerechten Ausbau von Bildungs- und Betreuungsdiensten ab, um das Potential der Frau als Arbeitskraft besser nutzen zu können“, wie die Landesräte Philipp Achammer und Rosmarie Pamer in einer gemeinsamen Antwort auf eine Anfrage Rieders zum Thema schreiben. <BR /><BR />Darin heißt es auch: „Anzahl und Umfang der Betreuungsdienste wurden schon in der Vergangenheit vorangetrieben und steigen kontinuierlich, sowohl im Bereich der ergänzenden und außerschulischen Betreuung als auch im Bereich der Kleinkindbetreuung.“ <h3> Andriollo: „Bozen liegt mit deutlich über nationalem ud europäischem Versorgungsgrad“</h3>Zumindest für Bozen schließt der zuständige Stadtrat Juri Andriollo weitere Anstrengungen der öffentlichen Hand im Bereich der Kleinkindbetreuung jedoch aus.<BR /><BR /> „Es ist nicht geplant, die Anzahl der Plätze in den Diensten der Kleinkindbetreuung in der Gemeinde Bozen zu erhöhen, da der Versorgungsgrad mit 42,66 Prozent deutlich über dem nationalen und europäischen Versorgungsgrad liegt“, schreibt er in seiner Antwort auf die Team K-Anfrage. <BR /><BR />Auch Bruneck verfügt bereits heute über mehr Betreuungsplätze als es die Richtlinien für die Kleinkindertagesstätten vorsehen. <BR />Doch dort weiß man, das reicht nicht aus, um den Bedarf zu decken, weswegen man kontinuierlich ausbaue. Aktuell werde die Errichtung einer weiteren Kita in Stegen geplant, heißt es in der Antwort. <BR /><BR />In Meran versucht man laut Antwort auf die Anfrage durch eine Änderung der Planstellen (mehr Personal) die Kapazität eines der Kinderhorte aufzustocken und für Brixen wurden im Laufe dieses Jahres „52 zusätzliche Betreuungsplätze für Kleinkinder auf Gemeindeebene geschaffen“, weitere 30 sollen nächstes Jahr dazu kommen. <BR />