Der Biostatistiker Markus Falk spricht von einer „Monsterwelle“, die vor allem die Krankenhäuser stark belasten wird. <BR /><BR /><BR /><BR /> In Südtirols Krankenhäusern laufen die Vorbereitungen auf den zu erwartenden Omikron-Tsunami auf Hochtouren. „Das alles könnte aber nicht reichen“, zweifelt Sanitätsdirektor Dr. Josef Widmann. „Man müsste wohl alles herunterfahren.“ Bei bis zu 1000 Neuinfektionen pro Tag dürfte es ab kommender Woche in Südtirols Spitälern jedenfalls wieder eng werden.<BR /><BR /><BR />„Wie bereitet man sich auf einen Tsunami vor? Koffer packen und wenn er kommt, ab auf den Berg“, bringt Dr. Widmann einen bildlichen Vergleich. Noch hat der Omikron-Tsunami Südtirol nicht erreicht. „Derzeit haben wir in Südtirol erst ein paar importierte Fälle“, sagt Biostatistiker Markus Falk. Ein Blick nach Mailand und dessen Nachbarprovinzen reiche, um zu verstehen, was da auf Südtirol zurollt. Auf Südtirol treffen könnte die Monsterwelle bereits in der kommenden Woche, so Falk.<BR /><BR /><embed id="dtext86-52178990_quote" /><BR /><BR />Im schlimmsten Fall bis zu 1000 Neuinfektionen pro Tag seien laut dem Biostatistiker zu erwarten. „Realistischen Berechnungen zufolge dürften es 600 bis 800 sein“, so Falk. Weit bedenklicher als der steile Anstieg der Infektionszahlen, ist allerdings die Lage in den Krankenhäusern. Vor allem bei der Belegung der Covid-Nomalbetten sei mit einem starken Zuwachs zu rechnen. „Hier kann sich die Zahl der Patienten innerhalb von ein bis 2 Wochen sogar verdoppeln“, so Falk.<BR /><BR />Entsprechend bereitet man sich beim Sanitätsbetrieb vor. Per Rundschreiben wurde allen Mitarbeitern, die mit Patienten arbeiten, empfohlen, eine FFP2-Maske zu tragen. „Nicht mehr nur als Auflage für jene, die in den Risikobereichen arbeiten, sondern als Empfehlung an alle“, so Sanitätsdirektor Dr. Widmann. Auch der Besuch von Patienten wurde wieder strenger geregelt. „Besuche im Krankenhaus sind nur mehr auf ausdrückliche Erlaubnis vom Primar bzw. Oberarzt möglich. Der Besuch wird namentlich erfasst und zeitlich genau geregelt“, so Dr. Widmann. <BR /><BR /><embed id="dtext86-52178995_quote" /><BR /><BR />Gleichzeitig werden im Rahmen des dynamischen Bettenplans auch wieder Krankenhausabteilungen geschlossen, in Covid-Abteilungen umgewandelt. „Ich befürchte aber, dass all diese Vorbereitungen zu wenig sein werden“, sagt der Sanitätsdirektor. Helfen werde gegen den Omikron-Tsunami wohl nur ein Lockdown.<BR /><BR />Dem widerspricht Biostatistiker Falk – zumindest zum Teil. „Die Omikron-Variante ist nichts, was man mit einem Lockdown aufhalten könnte“, sagt er. „Das funktioniert nur, wenn wir das so machen würden wie im Frühjahr – also ein harter Lockdown.“ <BR /><BR />Er ist überzeugt, dass die Menschen im Land begriffen haben, was da auf Südtirol zurollt und sich entsprechend verhalten. „Kontaktbeschränkung ist ein sinnvolles Mittel ebenso wie Selbsttests bevor man zusammen Silvester feiert“, sagt Falk. Zudem werde Omikron Südtirol wohl recht rasch in die rote Zone führen. Und bei Rot sind ohnehin schärfere Einschränkungen vorgesehen.<BR />