Die Kinder wurden sensibilisiert, die Eltern sind aufmerksam, die Ordnungshüter halten alle Augen offen: Und dennoch gibt es weiterhin Meldungen von Unbekannten, die Kindern Süßigkeiten unterjubeln wollen. Nach mehreren Vorfällen im Bereich Weggenstein-, Rovigo- und Martin-Knoller-Straße hat es nun auch die Pestalozzi-Schule in der Europaallee „erwischt“. <h3> Zuckerlen in Becher – Mann spricht Schüler explizit an</h3>Ein 10-jähriger Schüler berichtet, dass ein Mann mittleren Alters versucht habe, den Kindern nach Schulschluss vor dem Ausgang Bonbons aus einem Becher schmackhaft zu machen. Vater des Jungen ist Manuel Grandegger, der Heimleiter des Antonianums. „Ich habe meinen Sohn am Freitag mit dem Auto von der Schule abgeholt und er hat mir gleich vom Vorfall erzählt. Es schien so, als ob der Manngezielt jene Schüler ansprechen wollte, die nicht von den Eltern abgeholt wurden“, berichtet Grandegger. Er kann auch nachvollziehen, dass den vielen Eltern, die am Freitag zeitgleich vor der Schule auf ihre Kinder warten, gar nicht auffällt, wenn ein fremder Mann mit den Schülern spricht. „Man ist so auf das eigene Kind konzentriert, dass man gar nicht so darauf achtet“, glaubt Grandegger. Gerade vor den großen Bozner Schulen stünden sehr viele Eltern und man kenne – anders als in einem Dorf – nicht alle persönlich. <h3> „Hatte den Eindruck, dass Stadtpolizist Vorfall zunächst nicht ernst nahm“</h3>Der 10-jährige ist auf den Trick glücklicherweise nicht hereingefallen, „denn wir hatten aufgrund der jüngsten Vorfälle mit ihm darüber gesprochen“, schildert Grandegger. Der besorgte Vater erblickte an der Kreuzung zwischen Europaallee und Sorrentstraße (in der Nähe der Max-Valier-Oberschule) einen Stadtpolizisten. Dieser sei gerade damit beschäftigt gewesen, einem Falschparker einen Strafzettel auszustellen. Grandegger sprach ihn an und erzählte ihm von dem Vorfall mit der Bitte, doch einmal vor der Schule nach dem Rechten zu sehen. <BR /><BR />„Die Reaktion des Stadtpolzisten hat mich dann doch verwundert. Sinngemäß meinte er, er sei gerade beschäftigt“, zeigt sich Grandegger erstaunt. Er habe den Eindruck gehabt, der Stadtpolizist nehme den Vorfall gar nicht ernst. Doch der Beamte hat sich die Meldung wohl doch zu Herzen genommen, denn, so berichtet Fabrizio Piras, der Kommandant der Stadtpolizei, habe er nur 3 Minuten nach der Meldung die Quästur informiert, um eventuell Verstärkung anfordern zu könne. Eine Kontrolle vor Ort habe dann zu keinem Ergebnis mehr geführt. „Auch dem Schülerlotsen ist nichts besonderes aufgefallen“, zitiert Piras das Einsatzprotokoll. <h3> Masche der Bonbon-Verteiler unklar</h3>Was die Masche der Bonbon-Verteiler sein könnte, bleibt indessen unklar. Im Bereich des Möglichen sind mit Suchtmittel versetzte Süßigkeiten, genauso wie das Anlocken von Minderjährigen, um diese dann mitzunehmen. Jedenfalls werden auch in der Pestalozzi-Schule nun die Ohren gespitzt und die Augen weit auf gemacht: Schulleitung, Lehrer und Schüler sind über den Vorfall informiert.<h3> Was Stadtpolizei-Kommandant Fabrizio Piras sagt</h3><b>Herr Kommandant, seit Tagen gibt es immer wieder Meldungen von Schülern, denen von Unbekannten Süßigkeiten angeboten werden. Was halten Sie persönlich von diesen Berichten?</b><BR />Fabrizio Piras: Es ist derzeit sehr schwierig einzuschätzen, was effektiv hinter den Meldungen steckt. Sie könnten sich als Sturm im Wasserglas erweisen oder aber auch als ernste Vorfälle. Ich kann derzeit nur sagen, dass wir die Meldungen nicht unterschätzen und die Aufmerksamkeitsstufe bei allen Ordnungskräften sehr hoch ist. <BR /><BR /><b>Wurde der Stadtpolizei bereits direkt ein Vorfall gemeldet oder zur Anzeige gebracht?</b><BR />Piras: Nein, bislang noch nicht. <BR /><BR /><b>Wie erklären Sie sich das anfangs ablehnende Verhalten des Stadtpolizisten?</b><BR />Piras: Ich bin der Sache nachgegangen und der Beamte hat richtig gehandelt. Nur 3 Minuten nach der Meldung von Seiten des Bürgers hat er die Quästur informiert, und dann den Bereich vor der Schule kontrolliert. Allerdings ohne konkretes Ergebnis.