Montag, 22. Juni 2015

Schon wieder: Bergretter sterben bei Ausbildung - zwei Tote

Erneut ein schwarzer Tag für Österreichs Bergrettung: Im Zuge eines Ausbildungskurses der Bergrettung Kärnten sind am Sonntag beim Hohen Burgstall (2.800 m) fünf Personen von einer Lawine verschüttet worden. Zwei starben.

Zum Unglück kam es am Hohen Burgstall. Foto: ÖAV
Zum Unglück kam es am Hohen Burgstall. Foto: ÖAV

Es ist erst zweieinhalb Monate her, dass im Rahmen eines österreichischen Ausbildungscamps in Frankreich drei Menschen starben. Das Lawinenunglück in den französischen Alpen hatte im April einen Wiener, einen Salzburger und einen Südtiroler Teilnehmer das Leben gekostet.

Das hiesige Opfer war Martin Pallua (25) (STOL hat berichtet).

„Fortbildung Gletscher“ führt zum Tod

Nun wurde der österreichische Alpenverein ÖAV wieder mit einem Unglück konfrontiert. Wieder im Rahmen einer Ausbildung. Dieses Mal in der Kärntner Gemeinde Heiligenblut.

 

Zum Unglück kam es am Hohen Burgstall. Foto: GoogleMaps

 

„Fortbildung Gletscher“ hieß der Kurs, den Kärntens Bergretter ausgeschrieben hatten, und zu dem sich 28 Männer angemeldet hatten. Das Übungsgebiet: der Hohe Burgstall rund um die Oberwalderhütte (2.973 Meter). Auf dem Programm: Bergungen aus Gletscherspalten, eine der schwierigsten und gefährlichsten Aufgaben.

Ausbilder (41) und Teilnehmer (24) sterben

Gegen 17 Uhr löste sich eine Eis- und Schneelawine, begrub die Gruppe unter sich. 

Der 41-jährige Kursleiter und ein 24-jähriger Kursteilnehmer konnten nach Angaben der Landespolizeidirektion nur mehr tot aus den Schneemassen geborgen werden.

Einer der Verschütteten konnte sich nach ca. 30 bis 45 Minuten selbstständig aus den Schneemassen befreien und einen Notruf absetzen. In der Folge wurden die restlichen Bergrettungsgruppen am Kursstützpunkt alarmiert und zeitgleich sämtliche Bergrettungs-Ortsstellen des Mölltales und die Alpinpolizei verständigt.

Von Kurskameraden geborgen

Die restlichen vier zur Gänze verschütteten Bergrettungsmänner konnten von ihren Kurskameraden mittels Lawinensonden in einer Tiefe von ca. einem Meter geortet und geborgen werden.

Trotz Reanimationsversuchen verstarben der 41-jährige Bergführer und Kursleiter aus dem Bezirk Hermagor sowie ein 24-jähriger Kursteilnehmer, der ebenfalls aus dem Bezirk Hermagor stammt.

Zwei Verschüttete wurden in die Krankenhäuser nach Lienz und Spittal/Drau geflogen. Im Einsatz standen insgesamt 66 Einsatzkräfte und drei Lawinensuchhunde.

apa/stol/ker

stol