Seit 53 Jahren gibt es keine Gewissheit. Nun könnte – wie berichtet – ein aktueller Knochenfund nahe der damaligen Unglücksstelle Bewegung in den jahrzehntealten Fall bringen. <BR /><BR />Wir haben tief im Archiv gegraben und einen Bericht zum Unfall gefunden. Hier der Originaltext vom Montag, 28. Mai 1973, aus dem Tagblatt „Dolomiten“:<BR /><BR /><i>Ein schreckliches Verkehrsunglück ereignete sich in der Nacht von Freitag auf Samstag auf der östlichen Gardesana, rund einen Kilometer südlich von Torbole. Ein Fernlastzug aus Arco prallte bei einem Überholmanöver mit einem entgegenkommenden Fiat 128 Coupé zusammen und stürzte anschließend in den Gardasee, der an dieser Stelle 175 Meter tief ist. Sowohl der Fahrer des Personenwagens als auch die zwei Insassen des Lastzuges kamen ums Leben. Der Fernlastfahrer ist sehr wahrscheinlich in der zertrümmerten Führerkabine eingesperrt.<BR /><BR />Das Unglück geschah gegen 1 Uhr nachts. Der Fernlaster fuhr von Malcesine kommend in Richtung Torbole. Am Steuer saß der 37-jährige Sergio Tamburini aus Arco. Der Beifahrer Egidio Ducati schlief in der Koje hinter dem Fahrersitz.<BR /><BR />Am Ausgang des vorletzten Tunnels, einen Kilometer vor Torbole, bemerkte Tamburini auf der rechten Straßenseite ein aufgestelltes Warndreieck und rund dreißig Meter dahinter einen stehenden Citroën mit eingeschalteten Positionslichtern.<BR /><BR />Die Fahrbahn bildet an dieser Stelle eine weitauslaufende Kurve. Als Tamburini zum Überholen des Citroën ansetzte, musste er nach links ausweichen. Im nächsten Augenblick tauchte aus der Gegenrichtung mit hoher Geschwindigkeit ein Fiat 128 Coupé auf, gelenkt vom 41-jährigen Bortolo Lombardi aus Malcesine. Der Zusammenstoß war nicht mehr zu verhindern.<BR /><BR />Der Sportwagen prallte mit ungeheurer Wucht gegen die Vorderfront des Lastwagens, drehte sich mehrmals um die eigene Achse und blieb völlig zertrümmert in entgegengesetzter Fahrtrichtung stehen.<BR /><BR />Der Lastwagen hingegen kam vollständig nach links ab, riss auf einer Länge von 20 Metern die Schutzmauer nieder, die die Fahrbahn begrenzt, und stürzte samt Anhänger in den See. Augenblicke später versank das schwere Fahrzeug in den Fluten.<BR /><BR />Kurz darauf trafen vier Soldaten und ein Autofahrer ein, die auf dem Weg von Malcesine nach Riva waren. Sie alarmierten unverzüglich die Carabinieri, die jedoch nur noch den Unfallhergang rekonstruieren konnten.<BR /><BR />Der Fahrer des Fiat 128 lag tot in seinem völlig zerstörten Fahrzeug. Der Beifahrer des Lastzuges, Egidio Ducati, wurde am darauffolgenden Morgen von Tauchern der Carabinieri in 55 Metern Tiefe geborgen. Sergio Tamburini liegt vermutlich noch am Grund des Sees, in der Führerkabine des Lasters eingeschlossen.</i><BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1280994_image" /></div> <BR /><BR /> Danach gab es keine neuen Nachrichten mehr zu dem Fall und keine Spuren zu dem Vermissten. Bis heute: Bei einem Tauchgang fand ein Taucher menschliche Knochen nahe jener Stelle, an der sich damals der folgenschwere Unfall mit 3 Toten ereignet hatte. Ob es sich tatsächlich um die Überreste von Sergio Tamburini – damals 37 Jahre alt und Vater von drei Kindern – handelt, wird die DNA-Probe zeigen. <a href="https://www.stol.it/artikel/chronik/knochen-im-gardasee-entdeckt-moegliche-wende-in-tragischem-vermisstenfall" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">(Hier mehr dazu)</a><BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/suche/Blick%20ins%20Archiv" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Hier finden Sie weitere Artikel aus unserer Serie „Blick ins Archiv“.</a>