Nach seiner Einlieferung erlitt er einen Herzstillstand und wurde nach Angaben der Ärzte rund 90 Minuten reanimiert. Zwar konnte der Kreislauf wiederhergestellt werden, nach einer etwa dreistündigen Operation starb der junge Mann jedoch kurz nach der Verlegung auf die Intensivstation.<h3> Eifersucht als mögliches Motiv</h3>Die Tat ereignete sich am Freitag im zweiten Stock des Berufsinstituts Einaudi-Chiodo, das zu diesem Zeitpunkt stark besucht war. Tatverdächtig ist ein 18-jähriger Mitschüler marokkanischer Herkunft. Nach bisherigen Ermittlungen soll der Jugendliche seinem Opfer mit einem Küchenmesser einen einzelnen, tödlichen Stich versetzt haben.<BR /><BR />Als mögliches Motiv nannten Ermittler Eifersucht. Der Tatverdächtige habe bei seiner Festnahme angegeben, Youssef habe ein Foto mit seiner Freundin in sozialen Netzwerken veröffentlicht. Angehörige und Freunde des Opfers bezweifeln diese Darstellung. Die Ermittlungen dazu dauern an.<BR /><BR />Nach Zeugenaussagen begann der Streit in einer Toilette während eines Stundenwechsels. Als der Tatverdächtige ein Messer zog, versuchte Youssef zu fliehen, wurde jedoch vor dem Klassenraum eingeholt und niedergestochen. Der Stich verletzte die Leber und führte zu starken inneren Blutungen. Lehrkräfte leisteten sofort Erste Hilfe, der Verletzte war zunächst bei Bewusstsein.<BR /><BR />Gegen den Tatverdächtigen wird wegen Tötungsdelikts ermittelt, auch der Vorwurf der Vorsatzhandlung wird geprüft. Mitschüler sagten aus, der Jugendliche habe bereits früher Messer mit in die Schule gebracht und andere bedroht.<h3> Jugendgewalt im Fokus</h3>Der Getötete lebte seit seiner frühen Kindheit in Italien und besuchte die Berufsschule, um einen handwerklichen Abschluss zu erwerben. Neben der Schule arbeitete er zeitweise als Kellner, um seine Familie zu unterstützen. Die Schulgemeinschaft zeigte sich tief erschüttert.<BR /><BR />Das heikle Thema der Gewalt in den Schulen rückt nach dem Tod des Jugendlichen in Italien wieder in den Fokus. Die Regional- und Provinzvertreter der Demokratischen Partei (PD) äußerten ihre Solidarität mit dem Opfer, seiner Familie und der Schulgemeinschaft und forderten eine gesellschaftliche Debatte, um ähnliche Taten künftig zu verhindern. Auch der Bürgermeister von La Spezia Pierluigi Peracchini verurteilte den Angriff scharf und sprach der Familie des Verletzten seine Anteilnahme aus.<BR /><BR />Der Vorfall fällt in eine Phase verschärfter politischer Diskussionen über Gewaltprävention. Erst kürzlich hatte Innenminister Matteo Piantedosi ein neues Sicherheitspaket vorgestellt, das unter anderem ein striktes Verbot des Messertragens, ein Verkaufsverbot von Messern an Minderjährige sowie Sanktionen gegen Eltern vorsieht, die ihre Aufsichtspflicht verletzen. <BR /><BR />Auch Bildungsminister Giuseppe Valditara verurteilte den Vorfall. „Solche Vorfälle dürfen in unserer Gesellschaft keinen Platz haben. Die Schule vermittelt Werte und lehrt den Respekt vor Menschen und Regeln, im Dialog und im Ablehnen jeglicher Form von Gewalt“, so der Minister.