Die „Junge Aktion“ sorgte heuer im Frühjahr mit einem Video für Aufsehen: Darin waren junge, vermummte Männer zu sehen. Ihre Botschaft: Sie seien die Speerspitze der volkstreuen Jugend in Südtirol. Die Botschaft: „Wir holen unser Land zurück.“ Die Junge Aktion verwendet auch Nazisymbolik. Schon damals distanzierte sich der Schützenbund – noch unter Landeskommandant Roland Seppi – von jeglichem Extremismus und betonte, dass der Bund und seine Jugendorganisationen in keinem direkten Zusammenhang mit rechtsextremen Gruppierungen stünden.<h3> Was bei der Kerschbaumer-Feier passiert sein soll</h3>Die Junge Aktion legte jetzt bei der Kerschbaumer-Feier in St. Pauls noch ein Scheit nach: Mehrere Mitglieder der Jungen Aktion, die auch Mitglieder von Pusterer Schützenkompanien sind, sollen mitmarschiert sein. Und dabei sollen Aufkleber der Jungen Aktion angebracht worden sein. Weiters wurde angeblich nach der Feier ein Kurzvideo online gestellt, bei dem man neben der Krempe der Schützentracht auch einschlägige Tätowierungen mit Runen gesehen haben soll.<h3> Was es für Konsequenzen geben könnte</h3>Damit ist beim Schützenbund nun Feuer am Dach. Der Auftritt der Jungen Aktion ist bereits im Präsidium des Schützenbundes diskutiert worden. Schmid betont: „Extremes Gedankengut – alles, was extrem rechts oder extrem links ist – hat bei uns keinen Platz.“ <BR /><BR />Jeder habe die Statuten und den Kodex des Südtiroler Schützenbundes einzuhalten, und wenn jemand dem Schützenbund schade oder nicht den Leitlinien folge, dann werde es Konsequenzen geben. Und die Konsequenzen können bis zum Ausschluss reichen. <BR /><BR />Der Landeskommandant weist darauf hin, dass es sich bei den Mitgliedern der Jungen Aktion, die gleichzeitig auch Mitglieder in Schützenkompanien sind, nur um sehr wenige Leute handle, die man an einer Hand abzählen kann. Und: Die Mitglieder der Jungen Aktion seien nicht nur bei den Schützen aktiv, sondern auch in anderen Vereinen wie den Feuerwehren und den Musikkapellen. <BR /><BR />Deshalb wäre es nicht korrekt, diese „Handvoll Buabn und Gitschen nur mit dem Schützenbund zu assoziieren“, stellt der Landeskommandant klar. Der Schützenbund sei da jedenfalls „in nichts involviert“ und habe zudem auch „keine Fehler gemacht“, zeigt sich Schmid überzeugt.<h3> „Versuchen, positive Botschaften nach außen zu geben“</h3>Der Bezirksmajor von Bozen, Reinhard Gaiser, zeigt sich überzeugt, dass die gesamte Bundesleitung das Auftreten der Jungen Aktion in St. Pauls kritisch betrachten wird: „Keiner ist glücklich darüber. Auf der rechtsradikalen Schiene herumzureiten, ist der Horror – und das bringt uns Schützen nicht weiter.“ Die Mitglieder der Jungen Aktion vertreten nicht den Schützenbund, betont auch Gaiser. <BR /><BR />Panik sei nun aber auch nicht angebracht. Denn diesen wenigen Leuten der Jungen Aktion „stehen 5000 aufrechte Schützen und Marketenderinnen gegenüber“, meint Gaiser. Aber auch wenn es nur drei Leute der Jungen Aktion seien, „so rücken sie doch den Schützenbund in kein gutes Licht“, gibt der Bezirksmajor zu bedenken. Der Schützenbund dürfe da jedenfalls nicht reingezogen werden. „Wir versuchen, positive Botschaften nach außen zu geben“, meint Gaiser.