Sonntag, 04. August 2019

Schützenkompanie St. Martin in Passeier feiert 60. Jubiläum

Die Schützenkompanie St. Martin in Passeier hat am Samstag ihr 60-jähriges Wiedergründungsjubiläum gefeiert. Festredner Pius Leitner appellierte an die Zivilcourage: „Wo Zivilcourage beheimatet ist, braucht es keine Helden.“

Die Schützenkompanie St. Martin in Passeier hat am Samstag ihr 60-jähriges Wiedergründungsjubiläum gefeiert. Foto: Maria Pichler
Badge Local
Die Schützenkompanie St. Martin in Passeier hat am Samstag ihr 60-jähriges Wiedergründungsjubiläum gefeiert. Foto: Maria Pichler

Für die Schützen aus dem Heimattal des Tiroler Freiheitshelden Andreas Hofer stand die Jubiläumsfeier im Zeichen der Freundschaft und der Kameradschaft, zumal die Kompanie von St. Martin im nächsten Jahr das Alpenregionstreffen 2020 ausrichten wird. „Das Alpenregionstreffen 2020 wird ein farbenfrohes Fest“, betonte Hauptmann Oberprantacher.

„Aber nicht nur: Es wird ein Bekenntnis für unsere Heimat, für unsere Kultur, für unsere Werte und für unseren Glauben“, so der Schützenhauptmann. „Und für unsere Kameradschaft – über Grenzen hinweg. Denn was Freundschaft im Herzen verbindet, kann die Politik am Verhandlungstisch nicht trennen!“

Pius Leitner: „Zivilcourage muss unsere Triebfeder sein“

Alt-Landeskommandant Pius Leitner spannte in seiner Festrede den Bogen von den Freiheitskriegen 1809 über die Großkundgebung von Sigmundskron 1957 bis zur aktuellen Politik. „Wie schaut es mit dem Willen zu Unabhängigkeit und Freiheit aus?“, stellte Leitner angesichts des 100-jährigen Gedenktages der Angliederung Südtirols an Italien im nächsten Jahr in den Raum.  

Die Schützen bezeichnete der Festredner als „Hüter der Traditionen. Sie halten die Werte hoch, ehren das Erbe der Väter, trotzen dem Zeitgeist, geben Halt und Orientierung“, so Leitner. Er drückte außerdem seine Hoffnung aus, dass mit der Einführung des Faches Bürgerkunde in den Schulen in Südtirol auch Landesgeschichte und Autonomiegeschichte gelehrt werde.

„Eigenverantwortung und Zivilcourage müssen unsere Triebfedern sein“, appellierte der Alt-Landeskommandant nicht zuletzt. „Wo Zivilcourage beheimatet ist, braucht es keine Helden.“

Schützen gedenken ihrer Helden

„Brauchen wir heute noch Helden?“, stellte Landeskommandant Jürgen Wirth Anderlan in seiner Gedenkrede in den Raum. „Für unsere Heimat ist nicht die Politik zuständig, sondern wir selber: Heimat ist im Herzen“, unterstrich Wirth Anderlan.

„Jeder Tiroler, der die Freizeit für die Heimat opfert, ist ein Held“, Der abschließende Festumzug durch den historischen Ortskern war ein farbenfroher Vorgeschmack auf das Alpenregionstreffen vom 21. bis 24. Mai 2020 in St. Martin in Passeier, zu dem mehr als 10.000 Schützen, Jungschützen und Marketenderinnen aus Bayern, Tirol, Südtirol und Welschtirol erwartet werden. 

stol