„Schulden können den Beginn eines bitteren Teufelskreises darstellen“, brachte es Caritas-Direktorin Beatrix Mairhofer auf den Punkt. Für Personen, die sich in einer finanziellen Notlage befinden, könne die Schuldenberatung der Rettungsanker sein – und dieser wird auch im wohlhabenden Südtirol von vielen in Anspruch genommen.<BR /><BR />„Seit 1999 hat sich die Zahl der Betreuten fast verdreifacht – sie stieg von 441 auf 1302“, so Petra Priller. Laut der Leiterin der Caritas Schuldenberatung handle es sich meist um einkommensschwache Personen, kinderreiche Familien und Menschen mit niedriger Rente. Nicht zuletzt hätten über 50 Prozent der Betreuten einen niedrigen Bildungsstatus.<h3> 3,5 Millionen Euro für Bedürftige</h3>„Über den Umgang mit Geld kann man nie gut genug Bescheid wissen“, betonte der stellvertretende Leiter, Werner Niederbrunner. Deshalb sei die Aufklärung und Begleitung der Caritas Schuldenberatung so wertvoll. Auch finanzielle Unterstützung wird geboten. „In den vergangenen 25 Jahren haben wir knapp 3,5 Millionen Euro an Bedürftige verteilt“, sagte Priller. Menschen in finanzieller Not steht die Caritas Schuldenberatung kostenlos zu Diensten, denn eines ist klar: „Schulden lasten schwer, nicht nur finanziell, sondern auch auf der Seele“, so Beatrix Mairhofer.<h3> Schuldenberatung in Zahlen</h3>26.000 Personen haben sich seit der Gründung im Jahr 1999 an die Schuldenberatung gewandt.<BR /><BR />36- bis 55-Jährige bilden die Altersgruppe, die am häufigsten Hilfe bei der Schuldenberatung sucht.<BR /><BR />3,5 Millionen Euro hat die Schuldenberatung Bedürftigen als finanzielle Unterstützung bereitgestellt.<BR /><BR />500 Millionen Euro hoch hoch ist der Schuldenberg, mit dem die Caritas Schuldenberatung in den letzten 25 Jahren zu tun hatte. <h3> 3 Fragen an Petra Priller</h3><b>Was sind die größten Schuldenfallen?</b><BR />Petra Priller: Früher war es der Erwerb des Eigenheims, heute scheitert es an den hohen Lebenserhaltungskosten. Unvorhersehbare Ausgaben wie etwa eine Rechnung des Arztes verschärfen das Problem.<BR /><BR /><embed id="dtext86-66916572_quote" /><BR /><BR /><BR /> Die Altersgruppe der 36- bis 55-Jährigen ist diejenige, die am häufigsten Hilfe sucht. Sie verfügen zwar meist über Einkommen, allerdings reicht dieses nicht aus, um gut durch den Monat zu kommen.<BR /><BR /><BR /><b>Welche Rolle spielt hierbei Präventionsarbeit?</b><BR />Priller: Diese ist sehr wichtig. Bereits Jugendliche müssen lernen, richtig mit Geld umzugehen. Auch in Schulen halten wir deshalb Vorträge und Workshops. Wer tüchtig ist, erhält den sog. „Finanzführerschein“.