Dienstag, 22. November 2016

Schuldzuweisungen nach tödlichem Unfall am Bahnhof

Ein schreckliches Unglück hat sich am späten Montagabend am Bozner Zugbahnhof zugetragen: Ein Mann wurde von einem Regionalzug erfasst und getötet. Am Tag danach ist die Zeit der Schuldzuweisungen angebrochen.

Ein Ostafrikaner wurde am Montagabend von einem Zug erfasst. - Foto: DLife/lo
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Ein Ostafrikaner wurde am Montagabend von einem Zug erfasst. - Foto: DLife/lo

Die Hintergründe des Unfalls müssten noch geklärt werden, meinen die Grünen (hier gelangen Sie zum kompletten Artikel). Aber schon jetzt sei Eines eindeutig: Der tödliche Unfall am Bozner Bahnhof weise auf politisches Versagen hin. Auch kontrolliere die Bahnverwaltung das Gelände nicht ausreichend.

„Auf den Treppen des Bahnhofs drängen sich in der Nacht geflüchtete Menschen ohne Unterkunft zusammen, andere schlafen in Hauseingängen. Die Notunterkünfte stehen nur in der Nacht und unter absurden Bedingungen bereit“, zählen Hans Heiss, Riccardo Dello Sbarba und Brigitte Foppa auf. Sie fassen zusammen: „Das Land Südtirol und das Regierungskommissariat haben viel zu lange die Augen vor den Hunderten von Geflüchteten verschlossen.“

Diesen Vorwurf lässt das Regierungskommissariat nicht auf sich sitzen: In einer Aussendung am Dienstagnachmittag teilt es mit, die Situation im Bahnhofsareal werde „kontinuierlich und mit größer Aufmerksamkeit“ überwacht. Zudem würden verschiedene Sitzungen – mit Quästur, Bahnpolizei, Carabinieri, Finanzwache und RFI – stattfinden, die die Lage am Bahnhof zum Thema hätten.

Immer mehr Migranten mit Warenzügen unterwegs

Bei der jüngsten dieser Art – am 16. November – habe man beschlossen, dass die Kontrollen abermals intensiviert würden und dass einige Eingänge zum Bahnhof längs der Garibaldi-Straße von 24 bis 7 Uhr geschlossen bleiben – um den kontrollierten Zugang zu beschränken.

Zudem soll die Beleuchtung verbessert werden, um den Sicherheitskräfte bei Kontrollen in der Nacht die Arbeit zu erleichtern, und die Präsenz stillstehender Warenzüge im Bahnhof gemindert werden. Denn: Nachdem die Kontrollen in Personenzügen verschärft worden waren, seien die Migranten „umgesattelt“. Laut Regierungskommissariat würden sie immer öfters Warenzüge als Transportmittel nutzen.

Der tödliche Unfall am Bozner Bahnhof ereignete sich am Montagabend gegen 20.15 Uhr. Ein Regionalzug, der in Richtung Meran unterwegs war, erfasste einen Mann aus Ostafrika voll. Der Mann war auf der Stelle tot (STOL hat berichtet).

stol

stol