Donnerstag, 05. März 2020

Schulen zu in Italien: Teleunterricht, Videochat oder einfach spielen

Online-Unterricht, Babysitter und Großeltern im Einsatz: In ganz Italien sind Schulen, Kindergärten und Universitäten wegen der Coronavirus-Krise geschlossen. Und jetzt?

Auch Kindergärten und Kindertagesstätten bleiben geschlossen.
Auch Kindergärten und Kindertagesstätten bleiben geschlossen. - Foto: © shutterstock
Zahlreiche Schulen in Italien haben nach dem Dekret zur Schulschließung bereits erste Maßnahmen ergriffen.

So riefen viele Schulen Eltern dazu auf, online Schulmaterial abzurufen und zuhause ein wenig Stoff durchzunehmen.

An manchen Schulen wurde auch Video-Musikunterricht angeboten, Universitäten behelfen sich auch mit Podcasts.

Die deutsche Schule in Rom rief Eltern der Grundschule zum Beispiel dazu auf, nicht nur zu lernen, sondern mit den Kindern zuhause auch zu backen, zu kochen und zu spielen.

Die meisten Eltern mussten auf die Hilfe von Großeltern und Kindermädchen zurückgreifen – oder konnten nicht zur Arbeit gehen.

Regierungschef Giuseppe Conte hatte ein Dekret unterschrieben, wonach Schulen und Unis bis 15. März geschlossen bleiben. Er rief die Menschen zu einer „zusätzlichen Anstrengung“ auf, um weitere Ansteckungen durch das Virus einzudämmen. Oppositionsparteien forderten Unterstützung für Eltern, die nicht arbeiten gehen können.

„Die Regierung hat außergewöhnliche Maßnahmen ergriffen, wie die vorübergehende Schließung der Schule, um die Gesundheit der Bürger zu schützen“, erklärte Außenminister Luigi Di Maio am Donnerstag auf Facebook. „Wir haben die Pflicht, das Land sicher zu machen.“ Die Italiener reagierten mit großer Gelassenheit.

Italien ist das Land in Europa mit den meisten bestätigten Infektionen mit der Lungenkrankheit Covid-19. Mittlerweile sind es rund 3100 Fälle, mehr als 100 Menschen starben bisher. Vor allem die Regionen Lombardei und Emilia-Romagna haben hohe Fallzahlen.

lpa/liz

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