Mittwoch, 20. April 2022

Schuler: „Prüfen Cannabis-Anbau an der Laimburg“

Cannabisbasierte Arzneimittel helfen Patienten, die mit chronischen Schmerzen leben, diese zu bewältigen. Der Anbau der Pflanzen war in Italien bisher nur auf Militärarealen möglich. Eine staatliche Ausschreibung würde das nun auch der Laimburg ermöglichen. „Wir prüfen das derzeit“, sagt der zuständige Landesrat Arnold Schuler.

Medizinisches Cannabis ist begehrt, aber schwer zu kriegen. Jetzt könnte es auch in Südtirol angebaut werden – wenn man das will. - Foto: © Shutterstock / shutterstock

Hauptproblem, so Schuler, seien die „freiwilligen Erntehelfer“. Er meint damit Personen, die die begehrten Pflanzen unerlaubt und für nicht therapeutische Zwecke ernten könnten. „Die Sache ist nicht ohne, es braucht eine Aufsicht, die das zuversichtlich verhindert. Denn die Pflanzen wecken leider Begehrlichkeiten“, meint er.

Die Flächen der Laimburg seien jedoch nicht ausreichend geschützt – und Gewächshäuser keine Lösung. „Das kostet viel Geld und bietet nicht ausreichend Fläche“, findet der Landesrat. Es gebe zwar auch in Südtirol Militärareale, die sich eignen könnten. „Doch die sind derzeit völlig verlassen und von daher auch nicht überwacht“, sagt Schuler.

In den kommenden Tagen will man zwischen Laimburg und Landwirtschaftsressort jedenfalls nach Lösungen suchen, um sich an der Ausschreibung beteiligen zu können. Abgabetermin ist dafür jedoch bereits der 27. Juni. Die Zeit drängt. „Der Bedarf an therapeutischem Cannabis ist jedenfalls vorhanden – und der Import von auswärts sicherlich nicht die beste Lösung. Ein verstärkter Anbau im Land wäre daher durchaus sinnvoll“, urteilt der Landesrat.

Und findet sich damit auf einer Linie mit dem Landtagsabgeordneten der 5-Sterne-Bewegung, Diego Nicolini. Er hatte einen entsprechenden Beschlussantrag bereits vor 3 Jahren im Landtag eingebracht – mit Erfolg. Nun, so Nicolini in einer Aussendung, sollte das Versuchszentrum Laimburg „diese Gelegenheit ohne Verzögerung nutzen“.

Einen weiterreichenden Gesetzentwurf, vorgelegt von Nicolini und Dr. Franz Ploner (Team K) hat der IV. Gesetzgebungsausschuss gestern jedoch versenkt. Der Gesetzentwurf, so Dr. Ploner, hätte u. a. „Gebrauch und Umgang mit Cannabisarzneimitteln dahingehend geregelt, dass die Verabreichung dieser Arzneimittel vereinfacht und der Zugang und der Verschreibungsprozess zur Behandlung mit cannabinoiden Produkten für die Patienten vereinfacht wird“.

In einer Aussendung zeigt er sich enttäuscht über das Abstimmungsverhalten der Mehrheit im Ausschuss: Der Gesetzentwurf sei bereits nach der Generaldebatte abgelehnt worden, „ohne die Vorschläge in den einzelnen Artikeln überhaupt zu behandeln“. „Wir sprechen über Arzneimittel, die die Schmerzen von Patienten lindern können“, wundert er sich.

ih

Kommentare
Kommentar verfassen
Bitte melden Sie sich an um einen Kommentar zu schreiben
senden