Dienstag, 09. Februar 2021

Schutz der Minderjährigen: Jahresbericht vorgelegt

Der diözesane Dienst für den Schutz der Minderjährigen hat seinen Jahresbericht vorgelegt. 2020 wurde unter anderem eine Informations- und Sensibilisierungskampagne durchgeführt. 12 Menschen haben sich mit Meldungen bzw. Verdachtsmeldungen von Grenzverletzungen und Missbrauch an die Ombudsstelle gewandt.

Der diözesane Dienst für den Schutz der Minderjährigen hat seinen Jahresbericht vorgelegt.
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Der diözesane Dienst für den Schutz der Minderjährigen hat seinen Jahresbericht vorgelegt. - Foto: © Diözese
Zu den Aufgaben des diözesanen Dienstes für den Schutz der Minderjährigen und schutzbedürftigen Personen vor sexuellem Missbrauch und anderen Formen von Gewalt gehört die Informations- und Bildungsarbeit zur Prävention von Macht-, Gewissens- und sexuellem Missbrauch innerhalb der Kirche.

Leiter des Dienstes ist der Priester und Psychologe Gottfried Ugolini, dem ein interdisziplinärer Fachbeirat zur Seite steht. Der Fachbeirat, bestehend aus Experten verschiedener Fachbereiche, hat sich acht Mal getroffen, um sich zu aktuellen Themen und Fragen auszutauschen. Im Vordergrund standen die Übernahme der Leitlinien der italienischen Bischofskonferenz, die Definition von Verfahrensweisen der Ombudsstelle und Vorgespräche zur Durchführung einer Studie zur Aufarbeitung der Missbrauchsfälle in der Diözese.

Die Diözese Bozen-Brixen hat auch eine Ombudsstelle eingerichtet, an die sich jene Personen wenden können, die innerhalb der Kirche einen Missbrauch durch einen Kleriker, einen Ordensmann, eine Ordensfrau oder durch eine im Dienst der Diözese stehende Person erlitten haben. Ombudsfrau ist Maria Sparber.

12 Meldungen an Ombudsstelle

An die Ombudsstelle haben sich im Jahre 2020 12 Personen gewandt. Es handelte sich dabei um Meldungen bzw. Verdachtsmeldungen von Grenzverletzungen und Missbrauch im sexuellen, physischen und psychischen Bereich in unserer Diözese. Fast alle Vorfälle liegen weit zurück. Täter waren Diözesanpriester, Ordenspriester und kirchliche Mitarbeiter. 8 Anfragen sind abgeschlossen.

Anstelle einer Tagung wurde eine Informations- und Sensibilisierungskampagne durchgeführt. Mit dem Plakat „Stopp dem Missbrauch im kirchlichen Bereich“ und mit einem Hirtenbrief von Bischof Ivo Muser „Für eine Kultur des Hinschauens und der Mit-Verantwortung“ wurde aufgerufen, sich der Wirklichkeit von Grenzverletzungen und Missbrauch innerhalb und auch außerhalb der Kirche zu stellen. Die Plakate, das Informationsblatt zur Ombudsstelle sowie der Hirtenbrief sind auf der Homepage der Diözese abrufbar.

Präventionsarbeit konsequent weiterführen

Im kommenden Jahr will der diözesane Dienst seine Tätigkeit im Bereich der Präventionsarbeit konsequent weiterführen. Auf den Kontakt und die Zusammenarbeit mit anderen Einrichtungen wie z.B. mit dem Netzwerk für Gewaltprävention, mit der Kinder- und Jugendanwältin sowie mit der Staatsanwaltschaft wird dabei großer Wert gelegt. Im Jänner hat eine Arbeitsgruppe mit der Erarbeitung eines Konzeptes zur Durchführung einer Studie ihre Tätigkeiten aufgenommen.

„Gerade in der Corona-Zeit wird ein Anstieg der Gewalt in den Familien gegenüber Frauen und Kindern verzeichnet. Erschreckend ist die Zunahme an sexualisierter Gewalt im Internet: Kenner sprechen von 25 und 30 Prozent. Der Schutz der Minderjährigen bleibt kirchlich wie gesellschaftlich eine prioritäre Aufgabe, denn Kinder und Jugendliche haben das Recht unversehrt aufzuwachsen und sich zu entwickeln. Sowohl das christliche Menschenbild als auch die internationale Konvention für die Rechte der Kinder fordern und fördern den Einsatz für das Wohl der Minderjährigen und letztlich aller Menschen“, nimmt Gottfried Ugolini im Jahresbericht auch Bezug auf die anstehenden Herausforderungen.

stol