Donnerstag, 26. November 2015

"Schutz der Palabirnenbäume ist von kulturhistorischer Bedeutung"

Umweltschutzlandesrat Richard Theiner nimmt zur Polemik rund um den Palabirn-Anger in Lichtenberg Stellung und betont den Wert dieser Bäume für den Vinschgau.

Einige der Palabirnenbäume bei Lichtenberg, über die seit Tagen diskutiert wird. (Foto: USG Vinschgau)
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Einige der Palabirnenbäume bei Lichtenberg, über die seit Tagen diskutiert wird. (Foto: USG Vinschgau)

Die Streuobstwiese in der Fraktion Lichtenberg der Gemeinde Prad am Stilfser Joch, um die sich seit einigen Tagen eine Polemik entfacht hat, umfasst elf alte Palabirnen-Bäume. Das betroffene Areal ist Gegenstand eines Flächenumwidmungsverfahrens der Gemeinde.

"Alle elf Bäume können gerettet werden"

"Fakt ist, dass durch diese Umwidmung der Schutz der Palabirn-Bäume im Vergleich zur bisherigen Situation verbessert wird", erklärt Frank Weber, Direktor des Landesamtes für Ortsplanung Süd-West, laut Aussendung des Landespresseamtes. Ein Großteil der Wiese, dort wo insgesamt sieben der Bäume stehen, sei nämlich bisher eine als Golfplatz genutzte landwirtschaftliche Fläche gewesen und werde nun öffentliches Grün. "Durch die Umwidmung in öffentliche Grünfläche genießt dieser Teil künftig einen höheren Schutz", betont Weber.

Der restliche Teil des Angers war bereits bisher als Wohnbauzone ausgewiesen. "Ein Teil davon bleibt Wohnbauzone und wird jetzt mit einem Durchführungsplan belegt, wodurch die Gemeinde die Möglichkeit hat, auch die beiden dort stehenden Palabirnen-Bäume zu erhalten", unterstreicht Weber.

Der übrige Teil der bisherigen Wohnbauzone wurde in Zone für öffentliche Einrichtungen umgewidmet; dort ist der Neubau einer Feuerwehrhalle geplant. In diesem Bereich stehen zwei weitere Palabirnen-Bäume. "Aber auch hier hat die Gemeinde durchaus noch die Möglichkeit zu prüfen, ob ein Erhalt der Bäume machbar ist", berichtet Amtsdirektor Weber.

Landesrat Richard Theiner geht davon aus, dass die Gemeinde Prad am Stilfserjoch diese Wege finden wird. Er erinnert daran, dass "der Schutz dieser alten, hochstämmigen Palabirnen-Bäume für den Vinschgau von kulturhistorischer Bedeutung ist." 

Umwidmungsverfahren vom Land noch nicht beschlossen

Auch weil es sich bei einem Teil des Angers schon um eine ausgewiesene Wohnbauzone handelt, habe es während des bisherigen Umwidmungsverfahrens keinerlei Einwände von Seiten der Bürger und der Interessensgruppen gegeben, sagt der Landesrat. Das Umwidmungsverfahren, das von der Gemeinde beantragt wurde, sei vom Land noch nicht beschlossen. "Wenn die Gemeinde eine Neuentscheidung in diesem Bereich treffen will, hat sie noch die Möglichkeit dazu", unterstreicht Theiner.

lpa

stol