Mittwoch, 20. April 2016

Schutzhütten: Eine Südtirol-Fahne zur offiziellen Übergabe

Eine Südtirol-Fahne haben die Pächter der Landesschutzhütten am Mittwoch von Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landesrat Florian Mussner überreicht bekommen. Damit wurde offiziell auch die Übergabe der Hütten an die über einen Wettbewerb ermittelten Pächter gefeiert.

Jedem Hüttenwirt wurde eine Südtirol-Fahne überreicht. Sie soll anzeigen, dass die Hütte geöffnet ist - Foto: LPA/rm
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Jedem Hüttenwirt wurde eine Südtirol-Fahne überreicht. Sie soll anzeigen, dass die Hütte geöffnet ist - Foto: LPA/rm

"Als Hüttenwirte sorgt ihr dafür, dass unseren Bergfreunden Gastfreundschaft und Herzlichkeit zuteil wird und dass die Schutzhütten auch weiterhin die touristische Visitenkarte des schönsten Teils unseres Landes, nämlich der Berge, bleiben", mit diesen Worten begrüßte Landeshauptmann Arno Kompatscher die 25 Hüttenwirte, die nun bald – der eine früher, der andere später – ihre Hütte wieder öffnen.

Die über einen Wettbewerb ermittelten Pächter der Landesschutzhütten, bei denen es sich durchwegs um die bisherigen handelt, waren am Mittwoch ins Palais Widmann zur offiziellen Übergabefeier geladen worden. Vor dem Hintergrund schöner Landschaftsbilder sowie der Fotografien der einzelnen Hütten übergaben Landeshauptmann Arno Kompatscher und Landesrat Florian Mussner den Hüttenwirten auch eine Südtirol-Fahne, die "während der Öffnungszeiten vor den Hütten wehen soll", wie Landeshauptmann Kompatscher betonte.

Für 3 Jahre verpachtet bzw. Verlängerung für ein Jahr

Vorerst drei Jahre lang werden die Pächter die Schutzhütten führen, die im Jahr 1999 vom Staat in den Besitz des Landes Südtirol übergegangen sind. Der Pachtvertrag kann dann noch einmal um drei Jahre verlängert werden. Dies gilt für 21 Schutzhütten - die Becherhütte (Ridnaun), die Birnlückenhütten (Prettau), die Chemnitzer Hütte (Lappach), die Düsseldorfer Hütte (Stilfs), die Flaggerschartenhütte (Vahrn), die Grasleitenhütte (Tiers), die Kölner Hütte (Welschnofen), die Langkofelhütte (St. Christina), die Lenkjöchlhütte (Prettau), die Lodnerhütte (Partschins), die Müllerhütte (Ridnaun), die Payerhütte (Stilfs), die Regensburger Hütte (St. Christina), die Schaubachhütte (Stilfs), die Schlüterhütte (Villnöß), die Schwarzensteinhütte (St. Johann - STOL hat über den anlaufenden Neubau berichtet), die Teplitzer Hütte (Ridnaun), die Weißkugelhütte (Langtaufers), die Zufallhütte (Martell), Berglhütte (Sulden) und die Zwickauer Hütte (Platt, Passeier).

Von den bisherigen Pächtern für ein Jahr weitergeführt werden die Grohmannhütte, die Kasseler Hütte, die Zsigmondyhütte und die Stettiner Hütte, für die es noch Eigentumsfragen zu klären gilt, während für die Edelrauthütte die Ausschreibung in die Wege geleitet wurde (STOL hat berichtet).

Schutzhütten als unverzichtbare touristische Stützpunkte

Landeshauptmann Kompatscher, Landesrat Mussner und der Direktor im Ressort Hochbau und Vermögen, Paolo Montagner, verwiesen bei der Feier auf die Wichtigkeit der Schutzhütten als Aushängeschild des Landes, auf die wichtige Rolle der Pächter und die Unterstützung durch die alpinen Vereine AVS und CAI: "Für das Land sind die Schutzhütten unverzichtbare touristische Stützpunkte, die wir nun in besten Händen wissen. Die alpinen Vereine werden ihr historisches Wissen einbringen und durch ihre Expertise dazu beitragen, dass die Schutzhütten weiterhin dem ursprünglichen Ziel ihrer Erbauer dienen können, nämlich der Erschließung des Hochgebirges."

Was noch alles zu tun ist: Sanierungen in Höhe von 4,8 Mio. Euro

Gesprochen wurde bei der Feier auch über die notwendigen Sanierungsarbeiten. Dabei sind das Land über das Landesamt für Vermögen und eine paritätische Kommission Ansprechpartner für die Hüttenwirte. Die Kommission hat ihre Tätigkeit schon aufgenommen und auch schon eine Prioritätenliste für die Sanierungsarbeiten an den Hütten erarbeitet.
Das Land hat dafür 4,8 Millionen Euro vorgesehen, wovon 2,6 Millionen Euro schon 2016 zweckgebunden sind.

Abschließend bedankten sich Landeshauptmann Kompatscher und Landesrat Mussner bei den Pächtern, "die seit jeher ihren Gästen aus Nah und Fern in Hütten mit großer Gastfreundschaft begegnen". Besonders freue es ihn, erklärte der Landeshauptmann, dass wir – damit meine ich die beiden alpinen Vereine und das Land – zusammengefunden, alte Gräben zugeschüttet und diesen neuen Weg beschritten haben.
Damit sei ein Interessensausgleich gelungen, Rechtssicherheit geschaffen und den Pächtern wieder die notwendige Planungssicherheit gegeben worden, die es ihnen erlaube, langfristig in eine spannende, aber auch sehr herausfordernde berufliche Tätigkeit zu investieren.

stol/lpa

stol