Dienstag, 24. März 2020

Am Ziel: Schutzmäntel und Masken in Bozen angekommen

Sie sind in Bozen angekommen: Kurz vor 11 Uhr trafen die aus China georderten Schutzmasken und Anzüge für Südtirol in einem Lagerhaus am Bozner Boden ein. Nach der Verzollung wurden sie zur Salewa nach Bozen Süd gebracht, wo sie nun auf ihre Verteilung warten.

Am Sitz der Salewa in Bozen Süd wartet die Schutzbekleidung aus China nun auf ihre Verteilung.
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Am Sitz der Salewa in Bozen Süd wartet die Schutzbekleidung aus China nun auf ihre Verteilung. - Foto: © DLife/LO
Gegen 7 Uhr am Dienstag überquerten 4 Lkw bei Kufstein die Grenze ins Bundesland Tirol, gegen 9.30 Uhr traf die kostbare Ladung – eskortiert von Polizeischutz und Heer – am Brennersee auf österreichischer Seite ein. 18 Lastkraftwagen des Südtiroler Transport- und Logistikunternehmens Fercam haben die in 25.000 Kartons verpackten Güter nach Bozen geführt, begleitet vom Südtiroler Zivilschutz und der Feuerwehr.

Dann machte sich der Tross auf den Weg nach Bozen, wo er kurz vor 11 Uhr in einem Lagerhaus am Bozner Boden eintraf.

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Dort wurde die aus China angereiste Ware verzollt, bevor sie anschließend in den Sitz der Salewa nach Bozen Süd transportiert wurde, schließlich war es das Unternehmen Oberalp, das seine Kontakte in China spielen hatte lassen, um die Lieferung überhaupt erst zu ermöglichen. Die Oberalp-Gruppe hatte über ihren Salewa-Lizenzpartner in China die Produktion in der chinesischen Stadt Xiamen möglich gemacht.

Die Lieferung besteht aus mehreren Elementen, die zur persönlichen Schutzausrüstung gehören (PSA) – darunter insgesamt 1,5 Millionen Schutzmasken (chirurgische sowie FFP2 und FFP3-Masken), 400.000 Schutzanzüge sowie 30.000 Schutzanzüge für den aseptischen Gebrauch, sprich für den Einsatz im sterilen Bereich wie Operationssäle.

„Diese dringend notwendige Lieferung ist eine herausragende Gemeinschaftsleistung zwischen Südtiroler Privatunternehmen, dem Sanitätsbetrieb und der Südtiroler Landesregierung“, unterstreicht Sanitätslandesrat Widmann.

In Bozen Süd wartet die Schutzkleidung nun auf ihre Verteilung, sowohl an den Südtiroler Sanitätsbetrieb als auch an den italienischen Zivilschutz, der einen Teil der Lieferung nach Mailand bringen wird.

Den Lkw-Fahrern, die die ganze Nacht durchgefahren sind, geht es gut. Sie erholen sich nun von der langen Fahrt und hoffen, dass in dieser Ausnahmesituation darüber hinweggesehen wird, dass sie sich nicht ganz an die vom Gesetz auferlegten Pausen gehalten haben.

Fercam-Präsident Baumgartner: „Großer Dank an unsere Lkw-Fahrer und Mitarbeiter“

Die 4 Lkw der Firma Fercam waren am Montag aus verschiedenen Orten, etwa der Slowakei oder Ungarn, nach Wien-Schwechat beordert worden.

„Die Fahrer hatten also schon eine längere Fahrt hinter sich, mussten nach der Ankunft am Flughafen die Beladung der Lkw überwachen und sind anschließend gegen 22 Uhr gestartet, um die Schutzkleidung so schnell als möglich nach Südtirol zu bringen“, erklärt Baumgartner.

Das heißt, die Fahrer mussten die Nacht durchfahren: „Das ist normalerweise nicht erlaubt, und nach 4 Stunden haben sie sicher auch eine Pause von 45 Minuten eingelegt. Aber in Zeiten wie diesen ist Geschwindigkeit einfach wichtig“, so Baumgartner.

Fercam übernahm Transport kostenlos

Die Firma Fercam übernahm den Transport der Schutzbekleidung kostenlos, „als Dank an all unsere Fahrer und Mitarbeiter, die so viel leisten“, betont Baumgartner.

Generell hätten es die Lkw-Fahrer und Transporteure in der Vergangenheit nicht leicht gehabt: „Mit all den Schikanen, Nachtfahrverboten, Blockabfertigungen und den resultierenden langen Staus haben unsere Fahrer viel mitgemacht. Die jetzige Situation zeigt, dass der Lkw-Verkehr eben doch wichtig ist, damit der Alltag funktioniert.“

Die Corona-Krise habe den Alltag der Fahrer noch erschwert: „Jetzt kann es oft passieren, dass unsere Lenker bei der Pause keine offenen Restaurants oder Bars finden. Zumindest sind mittlerweile die Raststätten der Autobahn wieder geöffnet“, schloss Baumgartner.

Ein Teil der 1,5 Millionen Schutzmasken wird umgehend nach Mailand gebracht, wo ebenfalls großer Bedarf besteht.

Das hatte Landeshauptmann Arno Kompatscher in der virtuellen Pressekonferenz am Montag angekündigt: „Wir wissen jetzt schon, dass wir nicht alle 1,5 Millionen Schutzmasken genau in diesem Moment in Südtirol brauchen. Sobald der italienische Zivilschutz seine eigene Lieferung erhalten hat, wird er uns die Masken 'zurückgeben'“, so Kompatscher.

liz

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