„Panikmache liegt mir fern, aber die Schutzwald-Funktion in der Naif ist durch den Borkenkäfer-Befall kompromittiert; und die Niederschlagsintensität pro Quadratmeter und die Häufigkeit der Extremwetterereignisse nehmen zu. Wenn so eine Gewitterzelle wie Ende Juli in Olang zwischen Ifinger und Rotwand hängen bleibt, dann rumpelt’s auch bei uns“, ist der Obermaiser Toni Gögele überzeugt. <BR /><BR /> Angesichts dieser Situation sei die Wartung von Murbrecher, Filtersperre, die Ende der 1990er Jahre oberhalb der Talstation der Naif-Bahn gebaut wurden, sowie aller anderen Sperren sowie das Leeren der Becken das Um und Auf. „Die Wildbachverbauung mit Landesrat Arnold Schuler ist da wirklich dahinter und es wurde unter Rudolf Pollinger, Chef der Agentur für Zivilschutz, wirklich viel getan. Aber der Zivilschutz muss angesichts der veränderten Rahmenbedingungen den Schutzlevel um eine Stufe erhöhen“, meint Gögele.<h3> Ein Warnschuss im Juli</h3>Hellhörig gemacht – um nicht zu sagen aufgescheucht – hat den ehemaligen Stadtrat das jüngste Rumpeln des Naifbachs am Samstagabend des 29. Juli. „Das war nur ein Warnschuss. Dass der Bach mit so einer Heftigkeit Steine und Geröll mitgeführt hat, weiß ich schon lange nicht mehr. Dabei war das nur ein ,ordentlicher Platscher', überschaubarer Niederschlag ohne ohne Hagel – nichts weiter. Das belegte auch das Wetterradar“, sagt Gögele. <BR /><BR />„Am 29. Juli hat sich gezeigt, dass es das neue, große Auffangbecken in der Lahn braucht. So kann es auch Rückstufungen im Gefahrenzonenplan geben“, sagt Landesrat Arnold Schuler. Und was die Naifbach-Gefahr anlange, werde überprüft, ob es noch Maßnahmen brauche. „Denn durch den Borkenkäfer-Befall hat sich die Situation verschärft und es muss eine neue Risikobewertung gemacht werden“, sagt Schuler. Derzeit sei man auch am Sinich-Bach aktiv. <BR /><BR /><embed id="dtext86-60969641_quote" /><BR /><BR /><BR />Der Laberser Matthias Gögele ist auch ein Kenner des Naiftales. „Die Porphyr-Blöcke da oben sind sehr zerklüftet. Wenn es da oben hagelt, dann beginnen die Steine zu schwimmen“, sagt Matthias Gögele.<BR /><BR /> Die Obermaiser leben auf dem Schuttkegel des Naifbachs. „Der Naifbach wurde 1889 als erster Wildbach Europas von oben bis unten komplett verbaut. Denn zuvor musste Kaiserin Sissi, die auf Schloss Trauttmansdorff war wegen einer Vermurung durch den Naifbach in den Hofzug am Meraner Bahnhof flüchten. Darauf hin kamen die k.u.k.-Pioniere und verbauten den Bach“, erzählt Gögele. Trotz Verbauung seien 1902 sogar Tote zu beklagen. „Der Naifbach war und ist gefährlich“, warnt der Obermaiser Toni Gögele.<BR /><BR /><BR />