Dienstag, 20. November 2018

Schwangere Ex ermordet: 30 Jahre Haft gefordert

30 Jahre soll er hinter Gitter, wenn es nach dem Berufungsgericht von Venedig geht: Im März 2017 hatte ein heute 20-jähriger Moldawier seine schwangere Ex-Freundin im Wald bei Treviso ermordet und vergraben, weil sie das gemeinsame Kind behalten wollte - im Gegensatz zu ihm.

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Schon ein halbes Jahr vor der Tat hatten sich die beiden aus Moldawien stammenden, aber schon lange in Treviso wohnhaften Mihail Savciuc, damals 19, und Irina Bacal, damals 21 Jahre alt, getrennt. 

Die Beziehung hinterließ jedoch Folgen: Irina wurde schwanger - und wollte auch nach der Trennung das Kind nicht aufgeben. Ganz im Gegensatz zu Savciuc, der bereits eine neue Freundin hatte.

Überwachungskameras überführten Täter

Dies, so berichtete der Corriere della Sera damals, war wohl auch das Tatmotiv: Als sich die beiden am 19. März 2017 in einem Wald bei Treviso trafen - Irina war zu dem Zeitpunkt im 7. Monat schwanger - verlangte er erneut die Abtreibung, sie hingegen beharrte auf das Kind.

Was folgte, gestand der 19-Jährige erst nach stundenlangem Verhör: Zunächst schlug mit einem Stein auf die Schwangere ein, traf sie am Kopf und im Gesicht. Dann erwürgte er sie und versteckte den Leichnam im gefallenen Laub der Bäume.

Die Polizei wurde damals auf den jungen Moldawier aufmerksam, als er nach der Bluttat versuchte, den Goldschmuck der Toten zu verkaufen. Ansonsten hätte ihn wohl niemand verdächtigt - die Eltern der Frau wussten nichts von deren Schwangerschaft. Erst die Überwachungskamera des Goldhändlers brachten die Ermittler auf die richtige Spur.

30 Jahre und 200.000 Euro Schadensersatz

In erster Instanz hatte der Richter 30 Jahre Haft für den Moldawier gefordert, außerdem 200.000 Euro Ersatz für den erlittenen Schaden an die Mutter und 80.000 Euro an die Schwester der Getöteten.

Die Verteidigung ging in Berufung, forderte den Freispruch des jungen Mannes. Am Dienstag hat das Berufungsgericht in Venedig das Urteil erster Instanz bestätigt. Wie die Verteidigung angekündigt hat, will sie nun mit dem Fall ans Kassationsgericht, Italiens dritte und letzte gerichtliche Instanz.

stol/liz

stol