Montag, 03. Oktober 2016

Schwangerschaft, Geburt, Nachbetreuung jetzt einheitlich

Schwangerschaft, Geburt und Nachversorgung werden künftig einheitlich in Südtirol angeboten: Damit sollen Schwangere mit niedrigem Risiko weniger oft zum Gynäkologen müssen, Hebammen werden vermehrt in den Sprengeln und zuhause bei den Muttis zum Einsatz kommen. Zudem sollen die Gynäkologen landesweit einheitliche Untersuchungen durchführen.

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Foto: © shutterstock

Eine Arbeitsgruppe hat ein Konzept für eine landesweit einheitliche Versorgung ausgearbeitet – diese Arbeitsgruppe besteht aus Gynäkologen, Hebammen, Pädiatern, Anästhesisten, Krankenpflegern, Kinderkrankenpflegern und Sanitätsassistenten. Am Montag wurde das Konzept vorgestellt. 

Landesrätin Martha Stocker begrüßt es, dass es  einen Konsens über das Gesamtkonzept gibt. Das einheitliche Konzept gibt es bisher für werdende Mütter mit niedrigem Risiko – für werdende Mütter mit mittlerem und hohem Risiko muss ein Modell erst ausgearbeitet werden.

Hebammen übernehmen mehr Verantwortung

Eine „Gewinnerin“ in dieser Neuregelung ist die Hebamme: Sie wird nicht nur den Kreißsaal führen, sondern soll auch bei Aufnahme und Entlassung der (werdenden) Muttis im Krankenhaus mehr Verantwortung übernehmen, sagt Astrid Di Bella, Vorsitzende des Hebammenkollegiums. Bis jetzt sind Hebammen nur in den Sprengeln im Bezirk Bozen im Einsatz – künftig sollen sie auch in den anderen Gesundheitssprengeln Dienst tun und bei den frisch gebackenen Muttis innerhalb von 48 Stunden nach ihrer Entlassung aus der Geburtenstation einen  Hausbesuch machen und sie betreuen.

Da in Südtirols Krankenhäusern ein Mangel an Gynäkologen herrscht,  sollen diese sich künftig weniger um die werdenden Muttis mit niedrigem Schwangerschaftsrisiko kümmern, sondern mehr um solche mit mittlerem und hohem Risiko, sagt der Primar der Gynäkologie des Gesundheitsbezirkes Bozen, Dr. Sergio Messini.

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