Donnerstag, 04. Oktober 2018

„Schwarzmieter“ und falscher Student: Die Finanzer-Bilanz

Wieder ist ein Jahr im Kampf gegen Steuerhinterziehung, illegale Verwendung öffentlicher Gelder und Ähnlichem vorüber. Am Donnerstag hat die Finanzpolizei Trentino Südtirol ihre Bilanz des vergangenen Jahres vorgestellt.

Foto: Finanzpolizei Bozen
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Foto: Finanzpolizei Bozen

Insgesamt wurden die Gelben Flammen 112 Mal zu einem Einsatz gerufen. Dabei wurden nicht registrierte Mietverträge im Wert von mehr als 1,3 Millionen Euro aufgedeckt. 

Etwa die Hälfte der Fälle konnte anhand von Risikoanalysen unterschiedlicher Datenbanken gelöst werden: So konnte die Finanzwache mehr als 1500 „potentielle“ Steuerbetrüger - darunter vor allem Besitzer von Zweit- und Drittwohnungen - ausfindig machen, die keine Steuererklärung abgegeben oder in der Steuererklärung kein Mieteinkommen angegeben hatten.

Tiefer gehende Ermittlungen, die noch mehrere Monate andauern werden, hatten bereits 50 Einsätze zur Folge (22 davon im Trentino und 28 in Südtirol). Dabei konnten insgesamt 270.000 Euro „Schwarzmiete“ beschlagnahmt werden (162.000 Euro im Trentino und 108.000 Euro in Südtirol). Vor allem in der Universtitätstadt Trient werden viele Wohnungen „schwarz“ an Studenten vermietet.

In Sachen unrechtmäßiger Bezug von Sozialleistungen wurden seit Jahresbeginn 2017 bis heute 236 Einsätze in der Region Trentino Südtirol durchgeführt. In 65 Prozent der Fälle (153 Einsätze) handelte es sich tatsächlich um einen unregelmäßigen Bezug. 2 Personen in Südtirol wurden angezeigt, mehr als 100.000 Euro - davon fast 74.000 Euro in Südtirol -beschlagnahmt.

Laut Strafgesetz 316 ter ist bei erschwindelten Beiträgen unter 4000 Euro eine Geldstrafe von maximal 25.864 vorgesehen. Wird der Betrag von 4000 Euro überschritten, droht eine Haftstrafe von 6 Monaten bis zu 3 Jahren.

Nicht-Student in Bozen bezog Stipendium

In Sachen Universität verweist die Finanzpolizei Bozen auf einen besonderen Fall: Ein in der Landeshauptstadt lebender Italiener wurde dabei wegen erschwertem Betrug angezeigt. Er hatte um ein Stipendium angesucht, war jedoch selbst kein Student. Stattdessen hatte er sich Identität, Matrikelnummer und Studienplan eines unwissenden Studenten der Universität Verona angeeignet, um das Geld zu erhalten.

Aus den Ermittlungen geht zudem hervor, dass die Studiengebühren nie bezahlt worden waren - auch hier hatte sich der Italiener gefälschter Unterlagen bedient.

Insgesamt hat sich der „Student“ auf diese Weise ein Stipendium in der Höhe von 6000 Euro erschwindelt, eine Straftat, für die ihm nun 1 bis 6 Jahre Haft drohen. 

stol

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