Sonntag, 25. Oktober 2020

Schweiz: Ausschluss älterer Menschen bei Überfüllung der Intensivstationen?

Angesichts des Anstiegs der Covid-19-Infektionen in der Schweiz, wo am Samstag 6634 neue Fälle gemeldet wurden, wird wieder über ein medizinisches Protokoll diskutiert, um mit einer möglichen Überfüllung der Intensivstation fertig zu werden.

Ärzte könnten gewissen älteren Menschen eine Intensivbetreuung entziehen. Das Protokoll wurde allerdings noch nie angewendet.
Ärzte könnten gewissen älteren Menschen eine Intensivbetreuung entziehen. Das Protokoll wurde allerdings noch nie angewendet. - Foto: © shutterstock
Die Regeln besagen, dass der Arzt im Falle eines Platzmangels entscheiden kann, Personen über 85 Jahre und Personen über 75 Jahre, die an gewissen Krankheiten, wie zum Beispiel Leberzirrhose, chronische Niereninsuffizienz, oder Herzinsuffizienz und deren Überlebenszeit auf weniger als 24 Monate geschätzt wird, nicht zu akzeptieren.

Das achtseitige Protokoll mit dem Titel „Pandemie Covid-19: Triage von Intensivbehandlungen bei Ressourcenknappheit“ wurde am 20. März von der Schweizerischen Akademie der Wissenschaften veröffentlicht, wurde aber, wie italienische Medien betonen, nie tatsächlich angewendet.

„Durch die rasche Ausbreitung des Coronavirus (SARS-CoV-2) ist eine außerordentliche Situation entstanden, die zu einem massiven Zustrom von Patienten in die Akutkrankenhäuser führen wird“, heißt es in der Einleitung der Leitlinien, in denen betont wird: „Wenn die verfügbaren Ressourcen nicht ausreichen, müssen Rationierungsentscheidungen getroffen werden“.

ansa/stol

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