Samstag, 03. Oktober 2020

Schwere Unwetter in Norditalien – Ein Vermisster

Schwere Unwetter haben in der Nacht auf Samstag Norditalien heimgesucht.

Mehrere Flüsse drohen über die Ufer zu treten.
Mehrere Flüsse drohen über die Ufer zu treten. - Foto: © ANSA / Laura Ivani
Besonders betroffen waren die westlichen Regionen Ligurien und Piemont. In der piemontesischen Provinz Cuneo wurde ein Vermisster gemeldet. Der Mann soll von einem über die Ufer getretenen Fluss weggerissen worden sein. Die Suchaktion sei im Gang, berichtete die Feuerwehr.

Mehrere Flüsse treten über die Ufer

Nach heftigen Niederschlägen trat der Fluss Borsa in der ligurischen Hafenstadt La Spezia über die Ufer und verursachte Überschwemmungen. In Bargone bei Genua trat der Fluss Rio Battana über die Ufer. Tonnen von Holz wurden vom Wasser weggerissen und gerieten ins Meer, was im Hafen von Genua zu erheblichen Problemen führte.

Der Fluss Roya überschwemmte einige Straßen der italienischen Stadt Ventimiglia unweit der französischen Grenze. Heftige Niederschläge gingen auch um den Lago Maggiore nieder.

Die Schlechtwetter-Front zog in Richtung Venetien und in den Süden. In der Dolomiten-Stadt Belluno verbot der Bürgermeister per Erlass, dass sich Personen Flüssen nähern. Die Zugänge zum Fluss Piave wurden gesperrt. Den Bürgern wurde geraten, an diesem Wochenende keine Ausflüge zu unternehmen.

Venedig ist mit Hochwasser konfrontiert

Venedig ist an diesem Wochenende erstmals seit Beginn des Herbstes mit Hochwasser konfrontiert. Erwartet wurde, dass angesichts anhaltenden Regens und starkem Schirokko-Wind der Pegel auf über 135 Zentimeter klettert. So wurde am Samstag erstmals die Hochwasserschutzanlage MOSE aufgestellt, die im Juli erfolgreich getestet wurde.

Aus Sorge vor Hochwasser haben bereits mehrere Touristen ihren Aufenthalt in der Lagunenstadt für das bevorstehende Wochenende abgesagt, klagte der Verband der venezianischen Hoteliers, AVA. Die Sorge vor Hochwasser ist nach den schweren Unwettern vor einem Jahr groß. Damals hatte eine Rekord-Flutwelle Schäden in Millionenhöhe verursacht.

stol

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