Sonntag, 30. Oktober 2016

Schweres Erdbeben erschüttert Mittelitalien

Italien kommt nicht zur Ruhe: Nachdem bereits am Mittwochabend zwei schwere Erdstöße das Zentrum des Landes erschütterten, gab es am Sonntagmorgen ein noch schwereres Beben in der gleichen Region. In Rom war es deutlich zu spüren. Auch in Südtirol war der Erdstoß wahrzunehmen.

Eine Kirche in Norcia, dem Ort des Epizentrums des Bebens, ist in Folge der Erschütterungen eingestürzt. - Foto: Twitter/TheMoncsofNorcia
Eine Kirche in Norcia, dem Ort des Epizentrums des Bebens, ist in Folge der Erschütterungen eingestürzt. - Foto: Twitter/TheMoncsofNorcia

Ein weiteres schweres Erdbeben hat Mittelitalien erschüttert. Das italienische Institut für Geophysik und Vulkanologie und das Helmholtz-Zentrum in Potsdam gaben die Stärke am Sonntagmorgen mit 6,5 an. Das Seismologische Zentrum Europa-Mittelmeer sprach von einer Stärke von 6,6. Das Zentrum lag südöstlich von Perugia bei dem Städtchen Norcia.

Ob es Verletzte oder Schäden gab, war zunächst unklar. Das Beben ereignete sich gegen 7.40 Uhr, laut den Experten in etwa 10 Kilometern Tiefe.

Panik in den Marken

Der Erdstoß löste in der Region Marken Panik aus. Menschen liefen erschreckt auf die Straße, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtete. Das Beben sei auch deutlich und lange in der Provinz Umbrien und in Städten wie Florenz und Ancona – vor allem in oberen Stockwerken – zu spüren gewesen. Die Telefonleitungen in dem betroffenen Gebiet seien unterbrochen.

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In Rom wurde vorübergehend die zwei zentralen Metrolinien A und B gestoppt. Es gebe technische Überprüfungen nach dem Beben um 7.40 Uhr, war auf der Internetseite der Verkehrsgesellschaft Atac zu lesen. Den Angaben zufolge gab es auch Verzögerungen im Zugverkehr.

Südtiroler spüren Beben auch

Auch in Südtirol soll der Erdstoß zu spüren gewesen sein. Mehrere Personen berichten in sozialen Netzwerken wie Facebook und Twitter, dass sie das Beben deutlich wahrnehmen konnten.

Erst am Mittwochabend hatten zwei starke Erdschöße die Region erschüttert, die bereits vor zwei Monaten von einem verheerenden Beben heimgesucht worden war. Ein Mann starb, allerdings an den Folgen eines Herzinfarktes. Es gab mehrere Verletzte, Tausende sind obdachlos. Seither hatte es immer wieder leichte und schwere Nachbeben gegeben.

Mehrere verheerende Erdbeben haben Italien in den vergangenen Monaten und Jahren heimgesucht. - Quelle: APA

Bei dem schweren Erdbeben Ende August kamen nach offiziellen Angaben 298 Menschen ums Leben, die meisten in dem Ort Amatrice. Die italienische Regierung schätzte die Erdbebenschäden zuletzt auf rund vier Milliarden Euro. Das Land wird häufig von Erdstößen heimgesucht, die immer wieder verheerende Folgen haben.

Tektonische Spannungen

Das mittlere Italien ist eine derjenigen Regionen in Europa, die besonders häufig von schweren Erdstößen heimgesucht werden. Immer wieder trifft es die bergige Gegend in den Abruzzen. Grund für die Beben sind riesige Spannungen, die sich im Untergrund aufbauen.

Denn der „Adriatische Sporn“ – ein Anhängsel der afrikanischen Erdplatte – reibt sich hier an der eurasische Platte. Auch deshalb haben sich Italiens Mittelgebirge aufgefaltet.

dpa

stol