Giulia Tramontano, im siebten Monat mit ihrem ungeborenen Sohn Thiago schwanger, wurde von ihrem Lebensgefährten Alessandro Impagnatiello brutal ermordet. Er wurde inzwischen zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Femizid erschütterte ganz Italien.<BR /><BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1161258_image" /></div> <BR /><BR />Chiara begann das Interview mit bewegenden Worten: „Ich weiß nicht, wie es mir geht – das Bewusstsein, dass Giulia nicht mehr da ist, kehrt immer wieder zurück. Ich versuche, einen Weg zu finden, mit diesem Schmerz weiterzuleben.“<h3> Ein Buch gegen das Vergessen</h3>Chiara Tramontano verarbeitete ihre Trauer in einem Buch. Sie sagt: „Ich habe es geschrieben, weil ich möchte, dass die Menschen verstehen, wie tief und zerstörerisch der Schmerz über einen solchen Verlust ist.“<BR /><BR />In der Sendung wurde ein Video mit Bildern von Giulia und Chiara gezeigt. Chiara konnte ihre Tränen kaum zurückhalten: „Es berührt mich zutiefst, meine Schwester zu sehen – und meine Nichte, die sie nie kennenlernen wird.“<h3> Der Moment der Wahrheit</h3>Besonders eindringlich schildert Chiara den Moment, als sie vom Tod Giulias erfuhr:„Unser Vater spürte es in seinem Herzen. Giulia war sehr eng mit unserer Familie – tagelang nichts von ihr zu hören, war nicht normal. Unser Bruder Mario war der Erste, der die furchtbare Nachricht erhielt, nachdem der Täter bereits gestanden hatte. Zufällig begegnete er einem befreundeten Carabiniere, der ihn umarmte und sagte: 'Sei stark – deine Schwester lebt nicht mehr.'“<BR /><BR />Chiara erinnert sich an das Gespräch mit ihren Eltern, nachdem sie selbst die Nachricht erhalten hatte: „Es war, als würde ich mit zwei Geistern sprechen. Mein Leben zerbrach in diesem Moment.“<h3> Schmerz, der nicht vergeht</h3>Ein besonders traumatischer Aspekt war, dass die Familie Giulias Leichnam nicht sehen durfte. „Man hat uns geraten, es nicht zu tun – ihr Körper war von Hass und Gewalt entstellt. Ich weiß nicht, ob ich die Kraft gefunden hätte, weiterzuleben, wenn ich sie so gesehen hätte.“<BR /><BR />Chiara leidet bis heute unter Schlaflosigkeit. „Ich kann nicht einschlafen, weil ich weiß, dass sie nicht mehr da ist.“<h3> Schwesternliebe über den Tod hinaus</h3>„Auch wenn es zwischen uns manchmal Reibungen gab, war ich stets Teil von Giulias Leben“, erzählt Chiara. „Unsere Eltern leiden sogar noch mehr als ich. Aber sie müssen für uns, ihre zwei verbleibenden Kinder, stark bleiben.“<BR /><BR />Mit Blick auf die Zukunft sagt sie: „Meiner Nichte Giulia werde ich eines Tages sagen, dass sie den Namen einer mutigen Frau trägt. Und ich werde ehrlich mit ihr sein – ich werde ihr sagen, dass auch eine Hand, die dich streichelt, dich töten kann.“<BR /><BR />Chiara Tramontanos Worte sind ein Aufschrei gegen das Schweigen, ein Appell an die Gesellschaft, hinzuschauen und Gewalt gegen Frauen niemals zu tolerieren. Ihr Buch ist nicht nur ein Akt der Erinnerung, sondern auch ein Mahnmal – damit Giulias – sie wäre am 2. Mai 31 Jahre alt geworden – Schicksal nicht vergessen wird.<BR /><BR /> <a href="https://www.stol.it/suche/Giulia%20Tramontano" target="_blank" class="external-link-new-window" title="">Alles zum Femizid an Giulia Tramontano lesen Sie hier.</a>