Montag, 11. April 2022

Schwierige Wohnungssuche für Studenten

„Der freie Wohnungsmarkt ist aus studentischer Sicht gescheitert“, sagt der Vorsitzende der sh.asus, Julian Nikolaus Rensi. Denn aktuell müsste rund ein Drittel der Jugendlichen, die die Zugangstests zur Uni Bozen schaffen, ihren Studienplatz wieder absagen – weil es keine Wohnungen gebe.

Die Wohnungssuche stellt Studenten vor große Herausforderungen. - Foto: © Shutterstock / shutterstock

Noch immer seien Heimplätze für Studierende in Südtirol Mangelware, so der Vorsitzende. Und auf dem freien Wohnungsmarkt eskaliere die Wohnungsnot, gerade in der Landeshauptstadt. Davon seien ganz besonders Studierende betroffen. Sie können sich mit ihrem zumeist kleinen Budget ja auch nur bis zu einem bestimmten Mietpreis überhaupt um eine Wohnung oder ein Zimmer bemühen.

Alarm schlägt mittlerweile sogar die Uni-Leitung. So hatte sich kürzlich auch Uni-Direktor Günther Mathà dazu geäußert: „Bozen kann vergessen, echte Universitätsstadt zu werden, solange man die notorisch bekannte Wohnungsnot nicht systematisch und strukturell angeht.“

Tief in die Tasche greifen für ein Zimmer müssen Studierende zwar so gut wie überall. Die Preise, die Studierende in Bozen für ein Zimmer in einer Wohngemeinschaft zahlen, liegen zwischen 400 und 500 Euro. 414 Euro muss man im Durchschnitt in Deutschland für ein WG-Zimmer hinblättern, wobei Städte wie München (680 Euro), Hamburg (450 Euro) und Berlin (430 Euro) durchschnittlich teurer sind. 426 Euro zahlt man im Durchschnitt in Innsbruck für ein WG-Zimmer.

„Die Preise sind zwar vergleichbar“, erklärt Rensi, „doch der Markt in Südtirol – vor allem im niedrigerem Preissegment – ist einfach viel kleiner, es sind viel weniger Wohnungen bzw. Zimmer auf dem Markt, die sich Studierende leisten können, als andernorts“. Erschwerend komme noch hinzu, dass es weniger Studentenjobs gebe und die auch schlechter bezahlt würden als etwa in Bayern oder Innsbruck. Das mache Südtirol zusätzlich unattraktiver.

ih

Alle Meldungen zu:

Kommentare
Kommentar verfassen
Bitte melden Sie sich an um einen Kommentar zu schreiben
senden