Zudem sei diesen Paaren oft nicht bewusst, dass sie dann auch eine etwaige Trennung und Scheidung wieder in der Gemeinde abwickeln müssen, ergab eine Umfrage.<BR /><BR />Südtirols Gemeinden gehen mit den vielen Anfragen von ausländischen Paaren um eine standesamtliche Hochzeit recht unterschiedlich um: Während die einen versuchen, sich mit Begrenzungen verschiedenster Art vor dem Andrang zu schützen, stehen andere solchen Hochzeitsplänen offener gegenüber. <BR /><BR />Eher restriktiv ist die Gemeinde <b>Völs</b>: Diese akzeptiert pro Jahr nur fünf Paare von auswärts für standesamtliche Hochzeiten, teilt Bürgermeister Othmar Stampfer mit. „Wir haben es für die Touristen eingeschränkt“, sagt Stampfer. „Die arbeitstechnische Abwicklung ist ein Problem – dann auch bei der Scheidung. Unsere Personalressourcen sind begrenzt – damit ist es schwierig.“ <BR /><BR />In <b>Kastelruth</b> wollen sehr viele Paare aus Deutschland heiraten – aber auch dort ist es nicht für alle im Standesamt möglich. Akzeptiert werden in Norbert Riers Heimatgemeinde vor allem Stammgäste, die schon mehrmals auf Urlaub waren – die sind willkommen. Wer hingegen als Tourist nur einmal kurz durch den Ort gefahren ist und beschlossen hat, dort standesamtlich die Ringe zu tauschen, zu dem sagt die Gemeinde Nein. Denn ein enger Bezug zu Kastelruth muss als Voraussetzung da sein. <BR /><BR />Interessant ist bei den Gemeinden auch ein Blick auf die Kosten für die Paare: Für eine Hochzeit in Kastelruth zahlt man als Touristen-Paar 450 Euro, wenn man im Sitzungssaal (alter Ratssaal) heiratet, 600 Euro hingegen auf dem Kofel, im Freien, und 700 Euro auf der Seiser Alm, im Hotel Tirler.<h3> In Eppan zahlen nicht ansässige Paare doppelt</h3>Auch im Standesamt von <b>Nals</b> klopfen viele Paare aus Deutschland an, die dort ihren Urlaub verbringen – und sie möchten diesen Urlaub dann mit der Hochzeit verbinden. Aber: Wer nicht in Nals ansässig ist, erhält nur am Donnerstagnachmittag einen Hochzeitstermin. Immerhin ist es etwas billiger als in Kastelruth: 300 Euro zahlen nicht ansässige Paare innerhalb der Dienstzeiten. Außerhalb der Dienstzeiten sind hingegen 500 Euro zu berappen – dies wird allerdings nur in ganz besonderen Ausnahmefällen genehmigt, heißt es aus dem Standesamt. <BR /><BR />In <b>Kaltern</b> haben ansässige Paare bei den Hochzeitsterminen am Samstag Vorrang: Ausnahmen sind aber möglich – da wird von Fall zu Fall entschieden. Standesamtlich zu heiraten ist in Kaltern für Auswärtige billiger als in Nals und Kastelruth: Während der Amtszeit zahlt man dort 200 Euro – außerhalb der Amtszeit 250 Euro. Auch in <b>Meran</b> ist der Samstag bei standesamtlichen Hochzeiten für jene reserviert, die in der Passerstadt wohnhaft sind, berichtet Bürgermeisterin Katharina Zeller. <BR /><BR />In <b>Eppan</b> zahlen nicht ansässige Paare doppelt so viel für eine standesamtliche Hochzeit: 500 Euro. „Trotzdem sind wir gut gebucht“, heißt es aus dem dortigen Standesamt. Sehr viele Österreicher und Deutsche gehen den Bund der Ehe in Eppan ein – die dortigen Schlösser und Burgen sind ein zusätzlicher Anziehungspunkt für Paare. Beschränkungen wie in Nals oder Völs gibt es in Eppan nicht. <BR /><BR />Im Standesamt von <b>Lana</b> ist die Nachfrage nach Hochzeitsterminen ebenfalls groß. Dort werden aber grundsätzlich (nur) ansässige Paare getraut – mehr sei zeitlich kaum zu schaffen – auch weil bei Paaren aus dem Ausland sehr viele Unterlagen benötigt werden, heißt es aus der Gemeinde.<BR /><BR />Viele Gemeindemitarbeiter beklagen den großen Aufwand mit Hochzeiten von Ausländern. Eine Standesamt-Angestellte nimmt sich dabei kein Blatt vor den Mund: „Es ist für niemanden ratsam, in einem anderen Land zu heiraten. Die Paare meinen, sie können hier in Südtirol heiraten, fahren dann in ihr Land zurück und alles ist eine Woche später bereits eingetragen. Aber die Eintragung läuft über das Konsulat – das dauert dann oft ein halbes Jahr“, erzählt die Beamtin. <BR /><BR />Wenn ein Paar Gütertrennung wolle, so sei dies dann Gütertrennung nach italienischem Recht. Deutsche und Österreicher benötigen ein Ehefähigkeitszeugnis, berichtet eine andere Beamtin. „Das ist für sie aufwändig, da warten sie oft ein halbes Jahr drauf – und das brauchen sie dann auch, wenn sie in Italien heiraten.“