Donnerstag, 10. November 2016

Schwindendes Eis lässt die Alpen wachsen

Die Alpen heben sich stetig um ein bis zwei Millimeter pro Jahr. Grund dafür ist das Abschmelzen der Eisschilde.

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Foto: © shutterstock

Dies begann nach Ende des letzten glazialen Maximums (LGM) vor etwa 18.000 Jahren. Die Reaktion der Erdkruste auf das Nachlassen der Gletscherlast dauert bis heute, berichten Forscher im Fachjournal „Nature Communications“.

Für alte, tektonisch stabile Regionen der Erdkruste wie Nordamerika und Skandinavien ist schon lange bekannt, dass die beobachtete Hebung fast ausschließlich auf den sogenannten postglazialen „Reboundeffekt“ zurückzuführen sind: Die Erdkruste reagiert auf die schwindende Eislast nach Ende des LGM mit einer Aufwärtsbewegung.

Zur Zeit des LGM waren auch die Alpen von Eis bedeckt. Das Ausmaß der Vereisung des Gebirgszugs war aber viel geringer als in Nordamerika und Skandinavien. Deshalb ging man bisher davon aus, dass das Abschmelzen der Gletscher keine große Bedeutung für die aktuelle Anhebung der Alpen hat.

Vielmehr dachte man, dass die Hebung hauptsächlich durch Erosion und den Abtrag von Sedimenten aus dem Gebirge heraus hervorgerufen wird. Ein internationales Forscherteam unter Beteiligung von Wissenschaftern der Uni Potsdam und des Deutschen GeoForschungsZentrum (GFZ) zeigten nun aber, dass das Verschwinden des Eises nach Ende des LGM für etwa 90 Prozent der heutigen Hebung verantwortlich ist.

In jungen Gebirgen wie den Alpen sind komplexe, sich gegenseitig beeinflussende Mechanismen am Werk: Die Afrikanische schiebt sich unter die Eurasische Platte und die Adriatische Platte (eine Teilplatte der Afrikanischen Platte) schiebt sich gegen den Uhrzeigersinn drehend unter die Eurasische Platte.

apa

stol