An dem rund zweistündigen Treffen im Giftinformationszentrum des Maugeri-Instituts in Pavia nahmen neben Ermittlern aus der Provinz Campobasso und der Staatsanwaltschaft Larino auch Experten des Berliner Robert Koch-Instituts teil. Die deutschen Wissenschaftler gelten als führend bei der Analyse von Ricin und verfügen über Verfahren, mit denen sich selbst Monate nach einer möglichen Vergiftung noch Spuren des Giftes nachweisen lassen.<BR /><BR />Im Mittelpunkt des Treffens stand die Auswertung bisheriger Untersuchungsergebnisse sowie die Planung weiterer Analysen. Die Ermittler wollen rund 70 Lebensmittel untersuchen, die aus den beiden Wohnungen der Familie in Pietracatella in der Provinz Campobasso sichergestellt wurden. <BR /><BR />Zudem sollen Möbel, Kleidung und weitere Gegenstände auf Rückstände des Giftes überprüft werden. Dafür ist in den kommenden Tagen eine erneute umfassende Spurensicherung im Wohnhaus der Familie vorgesehen.<BR /><BR />Auch medizinische Untersuchungen der beiden überlebenden Familienmitglieder Gianni und Alice Di Vita sind geplant. Dabei soll festgestellt werden, ob sie Antikörper gegen Ricin entwickelt haben und somit möglicherweise ebenfalls mit dem Gift in Kontakt gekommen sind.<BR /><BR />Nach Angaben der Staatsanwaltschaft wird sich auch das deutsche Bundeskriminalamt (BKA) an den Ermittlungen beteiligen. Die Zusammenarbeit zwischen den italienischen und deutschen Behörden verlaufe sehr gut, sagte die leitende Staatsanwältin Elvira Antonelli nach dem Treffen. Weitere Details zu den geplanten Maßnahmen wollte sie zunächst nicht nennen.<BR /><BR />Sara Di Vita und ihre Mutter Antonella Di Ielsi waren in den Weihnachtstagen des vergangenen Jahres in Pietracatella in der Region Molise gestorben. Die Ermittler gehen dem Verdacht nach, dass beide durch eine Vergiftung mit Ricin ums Leben kamen. <BR /><BR />Das aus den Samen des Wunderbaums gewonnene Toxin zählt zu den gefährlichsten bekannten Pflanzengiften. Die Untersuchungen sollen nun klären, wie die Frauen mit dem Gift in Kontakt kamen und ob es sich um ein Tötungsdelikt handelt.