Mittwoch, 13. Mai 2015

Sechs Tote nach schwerem Zugunglück in Philadelphia

„Katastrophales Durcheinander“ – so beschreibt Philadelphias Bürgermeister die Szene nach einem schweren Zugunglück in seiner Stadt. Noch Stunden nach dem Unfall wird nach Vermissten gesucht.

Die Polizeibeamten sind geschockt von dem, was sie an der Unglücksstelle sehen.
Die Polizeibeamten sind geschockt von dem, was sie an der Unglücksstelle sehen. - Foto: © APA/EPA

Bei einem Zugunglück in der amerikanischen Ostküstenmetropole Philadelphia sind mindestens sechs Menschen ums Leben gekommen und Dutzende verletzt worden. Rettungsmannschaften suchten noch Stunden nach dem nächtlichen Unglück in den teils schwer beschädigten Waggons nach Passagieren.

Der Zug der Amtrak-Gesellschaft war auf dem Weg von Washington nach New York, als er nach einer scharfen Kurve plötzlich entgleiste. Sechs Waggons und die Lokomotive sprangen von den Schienen.

238 Passagiere an Bord

An Bord befanden sich 238 Passagiere und fünf Crewmitglieder. Dem Sender CNN zufolge wurden bis zu 150 Menschen in Krankenhäuser gebracht oder suchten sie aus eigener Kraft auf.
Der Ostküstenkorridor zwischen Washington und Boston mit den Stationen Philadelphia und New York ist die meistbefahrene Bahnstrecke Nordamerikas.

Laut CNN werden auf diesem Schienenweg täglich mehr als dreimal so viele Passagiere befördert wie per Flugzeug.

Das US-Fernsehen zeigte Bilder von einem Waggon, der einem Riesenknäuel von verbogenem Metall glich. Andere Wagen lagen auf der Seite, die Lokomotive hatte sich vom Rest des Zuges getrennt.

Augenzeugen berichteten von blutüberströmten Menschen, die durch Fenster ins Freie gezogen wurden. „Ein totales, katastrophales Durcheinander“, beschrieb Philadelphias Bürgermeister Michael Nutter die nächtliche Szene nach dem Unfall.

Experten der Transportsicherheitsbehörde NTSB forschten am Mittwoch nach der Ursache. Dabei konzentrierten sie sich unter anderem auf die Geschwindigkeit des Zuges.

CNN zufolge überlebten alle Crewmitglieder: Das könnte die Aufklärung erleichtern. Auch Ermittler der Bundespolizei FBI waren vor Ort, aber laut Medienberichten gab es keine Hinweise auf Sabotage.

apa/dpa/afp/reuters

stol