Gestern Abend enthüllte Bischof Karl Golser das Bild, das in der nach den Päpsten namens Benedikt benannten „Sala Benedictina“ hängt.„Die Brixner Hofburg besitzt bereits herausragende Porträts der Päpste Benedikt XIII., Benedikt XIV. und Benedikt XV. Da die Großmutter von Papst Benedikt XVI. aus Raas stammte und dieser sich wiederholt in Brixen aufgehalten hat, lag es nahe, ein Porträt auch vom Ratzinger-Papst für die Hofburg anfertigen zu lassen“, sagte der Präsident der Hofburg, Josef Gelmi in seinen Begrüßungsworten. Er konnte viele Ehrengäste zur Präsentation des Papst-Porträts willkommen heißen. Franz Comploi gestaltete diese musikalisch."Verborgene Details aufdecken" Geschaffen hat das Porträt der Künstler Gotthard Bonell. „In seinen Porträts geht es Bonell durchwegs um eine ernsthafte Auseinandersetzung mit den dargestellten Persönlichkeiten. Er will das innere Wesen des Porträtierten enthüllen, ja selbst verborgene Details aufdecken“, sagte Gelmi. Dies sei auch beim Porträt von Papst Benedikt so.Bischof Karl Golser sagte, dass er zu Papst Benedikt XVI., den er seit seiner Zeit in der Glaubenskongregation kenne, eine enge Beziehung habe. Die bisherigen Begegnungen mit ihm seien sehr bereichernd gewesen.Im Festvortrag blickte Aldo Parmeggiani, Redakteur bei Radio Vatikan und „Dolomiten“-Mitarbeiter, auf das fünfjährige Pontifikat von Papst Benedikt XVI. zurück."Wichtige Akzente gesetzt" Parmeggiani wies darauf hin, dass kein Papst in der langen Geschichte der Kirche der öffentlichen Meinung jemals so ausgesetzt gewesen sei wie es heute Benedikt XVI. sei. „Schlagzeilen prägen sich schneller in das Bewusstsein ein als lange Reden und Abhandlungen eines gelehrten Papstes“, sagte er. Der Papst habe in den vergangenen fünf Jahren einige wichtige Akzente gesetzt, etwa im christlich-islamischen Dialog und in einer völlig neuen Ökumene mit der Orthodoxie.Parmeggiani ging auch auf die Ereignisse ein, die in der Presse großen Niederschlag fanden, sei es mit positiven wie auch mit negativen Schlagzeilen. Der Vatikankenner berichtete auch von den Auslandsreisen des Papstes.Nach dem Festvortrag folgte der Höhepunkt des Abends: Bischof Golser enthüllte das Porträt des Papstes. Der Direktor des Diözesanmuseums, Johann Kronbichler, stellte einige Überlegungen zum Bild an. Es sei kein Repräsentationsporträt, sondern ein persönliches, individuelles Bild mit einer sehr persönlichen Interpretation des Künstlers. So strahle der Papst darauf eine gewisse Ängstlichkeit bzw. Schüchternheit aus. Der Hintergrund zeige ein Renaissance-Bild des Auferstandenen aus den päpstlichen Gemächern. Die Person links unten im Bild sei Augustinus, die angeschnittene Person rechts stelle seiner Interpretation nach Sekretär Georg Gänswein dar.mf/D