In Kürze erfolgt die Ausschreibung der Wartungshalle. Der – sportliche – Fertigstellungstermin ist für Ende 2028 angesetzt.<BR /><BR />Dass Mandatare aus den eigenen Reihen beim Landesrat nachhaken, kommt selten vor. Nachdem die Landesregierung zu in der Vergangenheit genehmigten gut 23 Millionen Euro vor Kurzem noch einmal 36,88 Millionen für das Wartungszentrum drauflegte, wollte Franz Locher dann doch wissen, warum sich die Kosten für den Bau in sieben Jahren verdoppelt haben.<BR /><BR />„Die seinerzeitigen veranschlagten Kosten waren eine Schätzung“, sagt Joachim Dejaco, Generaldirektor des Bauträgers STA. In der Zwischenzeit seien Inflation, Baupreissteigerungen, Bodensanierung dazugekommen. Zudem wurde das Projekt erweitert.<h3> Ausschreibung für Wartungszentrum beginnt in Kürze</h3>Derzeit läuft am Streifen zwischen Bahnlinie und Stahlwerken die Bodensanierung. In Kürze erfolgt die Ausschreibung des Wartungszentrums mit drei Gleisen für Reparaturen und einem Kran, um Klimaanlagen am Dach der Züge austauschen zu können. In die Halle, die übrigens auch den Lärm der Stahlwerke von den Stadtvierteln Haslach/Oberau abhalten soll, kommen aber nicht nur kaputte Züge. „Alle müssen regelmäßig gewartet werden“, so Dejaco. In der Halle gibt es hoch spezialisierte technische Anlagen, neue Flächen für die Lagerung von Ersatzmaterialien, ausgestattete Bereiche für Reinigung und Wasserversorgung der Züge, eine Neuordnung des Gleisplans sowie ein integriertes Eisenbahnsicherungssystem, das mit den neuen RFI-Systemen auf der Brennerstrecke kompatibel ist.<BR />Insgesamt wird das Wartungszentrum eine Fläche von 2,5 Hektar einnehmen. Gewartet werden dort aber nicht alle Züge, die in Südtirol verkehren. „Wir haben uns zu einem Vorgehen nach Flotten entschieden“, so Dejaco. Die 25 bestehenden Züge der Flirt-Linie werden in Meran und Innichen gewartet. Die „Werkstatt“ in Bozen ist für die Wartung, Reinigung und Abstellung der neuen „Coradia Stream“-Züge. 22 davon hat das Land angekauft. „Die ersten vier gehen im Juni auf der Vinschger Bahn in Betrieb“, so Dejaco. <h3> Aus Fehlern habe man gelernt</h3>Mit dem Wartungszentrum verschafft sich das Land Freiräume. Nachdem die erste Runde vom Gericht annulliert wurde, soll im Herbst die neue Ausschreibung zur Vergabe des Südtiroler Bahndienstes starten. Aus den Fehlern der Vergangenheit, mit Tauziehen, wem die Busse der SAD letztendlich gehörten, hat man gelernt. Das Land stellt bei den Zügen sämtliches Rollmaterial zur Verfügung. „Ohne das neue Zentrum wären wir abhängig von Anbietern und deren Immobilien zur Wartung“, so Dejaco. Die Fertigstellung wird für Ende 2028 anvisiert. Da soll dann auch der Sieger des Wettbewerbes um den Bahndienst feststehen.