Sonntag, 30. Mai 2021

Seilbahnunglück: Ermittlung gegen andere Mitarbeiter

Eine Woche nach dem Seilbahnunglück am Lago Maggiore mit 14 Todesopfern ziehen die Ermittlungen um die Ursachen der Katastrophe weitere Kreise.

14 Menschen verloren beim Seilbahnunglück am Lago Maggiore ihr Leben.
14 Menschen verloren beim Seilbahnunglück am Lago Maggiore ihr Leben. - Foto: © APA/AFP / MIGUEL MEDINA
Laut der Staatsanwaltschaft könnten auch weitere Mitarbeiter der Seilbahngesellschaft „Ferrovie del Mottarone“ angezeigt werden. „Wir prüfen, inwiefern sie von der Manipulation der Notbremse wussten“, teilte die ermittelnde Staatsanwältin Olimpia Bossi mit.

„Wir wollen nachgehen, ob die Mitarbeiter aktiv an der Aussetzung des Sicherheitssystems teilgenommen, oder ob sie Befehle von Vorgesetzten befolgt haben“, so die Staatsanwältin. Laut den Ermittlern hatte die Seilbahn bereits seit eineinhalb Monaten technische Probleme, von denen mehrere Mitarbeiter der Gesellschaft informiert waren.

Solide Beweise gegen Seilbahn-Besitzer und Direktor fehlen

Laut einer Untersuchungsrichterin in der norditalienischen Stadt Verbania bestehen keine Schuldbeweise gegen den Besitzer der Seilbahnanlage „Ferrovie del Mottarone“ und gegen den Direktor, die am Mittwoch zusammen mit dem Einsatzleiter festgenommen worden waren.

Laut der Untersuchungsrichterin würde es an soliden Beweisen gegen den Seilbahn-Besitzer und den Direktor fehlen, wie die Vernehmung der beiden Männer am Samstag bewiesen hätte. Die beiden kamen in der Nacht auf Sonntag wieder frei. Der Einsatzleiter wurde unter Hausarrest gestellt. STOL hat berichtet.

Das tödliche Seilbahnunglück am Lago Maggiore ist offenbar durch die absichtliche Abschaltung eines Sicherheitssystems verursacht worden. Die Bremsvorrichtung war Medienberichten zufolge bereits seit dem 26. April, dem Tag der Wiederaufnahme des Seilbahnbetriebs, wegen eines technischen Problems außer Betrieb. Bei dem Unglück starben Familien, junge Paare und 2 Kinder. Der einzige überlebende Junge ist inzwischen wieder bei Bewusstsein.

Wie eine Erfindung aus Südtirol das Unglück verhindern hätte können, lesen Sie im s+Artikel.

In den kommenden Tagen wird die Inspektion durch einen Berater der Staatsanwaltschaft von Verbania am Unfallort beginnen. Die Arbeit des Beraters konzentriert sich auf das gerissene Zugseil, um die Ursachen des Bruchs zu prüfen. Der Anwalt des angeklagten Einsatzleiters ist bereit, seine eigenen technischen Berater zu ernennen.

apa/pho