Samstag, 18. September 2021

Seilbahnunglück: Italiens Regierung sucht Lösung für Buben

Die italienische Regierung bemüht sich um eine Lösung im Fall von Eitan B., dem überlebenden Buben des Seilbahnunglücks am Lago Maggiore im Mai. Die Regierung führe einen Dialog mit Israel, um eine Lösung im Familienstreit zu finden, sagte Familienministerin Elena Bonetti. „Wir müssen diesem Kind und der Familie, die ihn aufgenommen hat, eine Zukunft geben“, sagte die Ministerin nach Medienangaben.

Eitan lebt derzeit bei seinem Großvater mütterlicherseits in der Nähe von Tel Aviv. - Foto: © ANSA / IGOR GREGANTI

Der italienische Konsul in Tel Aviv traf am Freitag Eitan in der Wohnung seines Opas,
der ihn von Pavia nach Israel gebracht hatte. Das Kind sei in guter Verfassung, sagte er. Der 6-Jährige lebt derzeit bei seinem Großvater mütterlicherseits in der Nähe von Tel Aviv.

Die italienische Justiz hatte Untersuchungen gegen die Großeltern des 6-Jährigen aufgenommen, nachdem er Anfang September von der Familie mütterlicherseits von Italien nach Israel gebracht worden war. Der Vorwurf lautet auf Kindesentführung. Der Bub, der als einziger das Seilbahnunglück im Mai überlebt hatte, soll von den israelischen Verwandten der in Italien lebenden Tante entzogen worden sein, die von den italienischen Behörden das Fürsorgerecht erhalten hatte.

In Italien lebende Tante und ihr Mann reisen nach Israel

Der Bub hatte beim Absturz einer Seilbahn-Gondel am 23. Mai seine Eltern, seinen Bruder und seine Urgroßeltern verloren.Insgesamt kamen bei dem Unfall im Piemont 14 Menschen ums Leben. Ein Gericht ernannte daraufhin die in Pavia in der Region Lombardei lebende Schwester des Vaters zum Vormund. Der Familienstreit um das Kind sorgt in Italien für großes mediales Interesse.

Die in Italien lebende Tante und ihr Mann reisen kommende Woche nach Israel in der Hoffnung, eine Einigung mit den Großeltern des Kindes zu erzielen. Die Beziehungen sind gespannt. Die Tante behauptet, das Kind sei vom Großvater einer „Gehirnwäsche“ unterzogen worden. Der Großvater bestritt in TV-Interviews, dass er das Kind entführt hatte, weil er das Geld kassieren wolle, das der Bub als Entschädigung infolge des Seilbahnunglücks erhalten soll.

apa/stol

Kommentare
Kommentar verfassen
Bitte melden Sie sich an um einen Kommentar zu schreiben
senden