Freitag, 23. Juli 2021

Seis am Tag danach: „Wie ein Tsunami“ – Augenzeugen berichten

Die Ortschaft Seis am Schlern ist am Donnerstagabend von einem schweren Unwetter heimgesucht worden. Bäche traten über die Ufer und richteten schwere Schäden an. STOL hat mit 3 Augenzeugen, darunter Bürgermeister Andreas Colli, gesprochen.

Der Tag nach dem Unwetter in Seis: Die Aufräumarbeiten sind in vollem Gange. - Foto: © DLife
Wie berichtet, hatten sich am Donnerstagabend mehrere Gewitterzellen über dem Schlerngebiet entladen.

Daraus entwickelten sich Hagel und Starkregen, der den Frötschbach über die Ufer treten ließ. In Seis kam es zu großen Schäden. Verletzt wurde nach ersten Informationen glücklicher Weise niemand.

Der Kastelruther Bürgermeister Andreas Colli berichtet am Freitag über das Ausmaß des Unwetters.


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Besonders stark betroffen war die Handwerkerzone am Ufer des Frötschbaches. STOL hat mit dem Malermeister Elmar Seebacher gesprochen, sein Betrieb wurde überflutet.

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Auch Karosseriebauer Gregor Gross wurde ein Opfer der Unwetter: Sein Betriebsgebäude wurde in Mitleidenschaft gezogen.

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Aufräumarbeiten im Gange


Zahlreiche Personen sind seit Donnerstagabend mit den Aufräumarbeiten beschäftigt: Im Einsatz standen die Freiwilligen Feuerwehren von Kastelruth, Seis am Schlern, Seiseralm, St. Michael/Kastelruth, St. Oswald, Tagusens, Ums, Völs, Völser Aicha, Waidbruck und Leifers.




Auch Hansjörg Prugg vom Landesamt für Wildbachverbauung Süd in der Agentur für Bevölkerungsschutz ist seit den frühen Morgenstunden am Freitag mit 4 Arbeitern wieder im Einsatz und hat auch gestern Abend versucht, mit Unterstützung der Freiwilligen Feuerwehren größere Schäden zu verhindern.

Mit einem Mitarbeiter des Landesamtes für Zivilschutz hat er am Freitag das Ausmaß der Schäden begutachtet, mit den Arbeitern Materialräumungen vorgenommen und gefährdete Stellen abgesichert.

Aufgrund der hohen Niederschlagsmengen, berichtet Prugg, entwickelte sich am Donnerstagabend ein Murgang im von der Seiser Alm herabfließenden Frötschbach, im Bereich Bad Ratzes bildeten sich massive Materialablagerungen im Bach, an den Uferschutzmauern entstanden große Schäden, der Parkplatz der Umlaufbahn wurde übermurt, ebenso wie Schäden in der Handwerkerzone in Seis entstanden, wo Betriebsflächen überflutet wurden, weiter talwärts sind Schäden am Golfplatz zu verzeichnen.

Die Hochwasserwelle hat Muren bis in den Eisack gezogen. In 2 Seitenbächen, dem Weißenbach und dem Wergesserbach, sind die Rückhaltebecken ebenfalls voll, der Zaroderbach hat Schäden in der Landwirtschaft verursacht.

Auch der Landesrat für Bevölkerungsschutz Arnold Schuler war vor Ort, um sich ein Bild der Lage zu machen.

stol

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