Montag, 30. November 2015

Seit 1985: Fast tausend HIV-infizierte Südtiroler

78 Millionen Menschen weltweit haben sich seit Anfang der 80er Jahre bis 2014 mit dem HI-Virus infiziert, 39 Millionen sind daran gestorben. Darauf soll der Welt-Aids Tag am Dienstag aufmerksam machen. Auch in Südtirol.

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Foto: © shutterstock

"Trotz moderner Medikamente in der Behandlung dieser Krankheit, bleibt eine konstante Aufklärung die beste HIV-Prävention", appelliert Landesrätin Martha Stocker. "Es gilt weiterhin wachsam zu sein und AIDS keine Chance zu geben."

Seit 1988 steht der 1. Dezember im Zeichen von HIV-Infektion und AIDS: Weltweit leben etwa 35 Millionen Menschen mit HIV, pro Jahr kommt es schätzungsweise zu 2,1 Millionen Neuinfektionen, davon sind etwa 240.000 Kinder.

In Südtirol 841 Menschen seit 1985 infiziert 

In Südtirol haben sich seit dem Jahr 1985 insgesamt 841 Menschen mit HIV angesteckt, durchschnittlich 20 Menschen jährlich. Dieses Jahr waren es bisher insgesamt 14 Neuinfektionen, elf Männer und drei Frauen. Das Durchschnittsalter ist dabei von 30 im Jahr 1985 auf aktuell 44 Jahre gestiegen, in den vergangenen Jahren waren jedoch auch einige junge Menschen zwischen 18 und 20 Jahren darunter.

An AIDS sind im laufenden Jahr bisher drei HIV-Patienten erkrankt, in den vergangenen zehn Jahren waren es durchschnittlich zehn. Seit 1985 bis heute sind in Südtirol insgesamt 296 Fälle von AIDS aufgetreten.

"Aufklärung und Prävention" 

"Trotz fortschrittlicher Behandlungsmethoden und Medikamente gegen diese unheilbare Krankheit gilt es weiterhin, verstärktes Augenmerk und Kraft auf Aufklärung und Prävention zu legen, insbesondere bei den jungen Menschen, die die große Aufmerksamkeit der 80er-Jahre noch nicht miterlebt haben und die Gefahr möglicherweise unterschätzen", unterstreicht Gesundheitslandesrätin Stocker zum morgigen Welt-AIDS-Tag.

Die Landesrätin appelliert aber auch an die Unterstützung und Solidarität für die Betroffenen und deren Angehörige. "Vorurteile, Ausgrenzung und Diskriminierung sind oft schlimmer als die gesundheitlichen Probleme", so Stocker. Die Angst vor dieser psychischen Belastung führe mitunter auch dazu, dass sich Menschen bei Verdacht auf eine Ansteckung gar nicht erst testen lassen.

"Dabei sind eine möglichst frühe Diagnose und rasche medizinische Behandlung für eine bestmögliche Betreuung entscheidend", erinnert die Landesrätin. Die HIV-Tests können in Südtirol an den Krankenhäusern in Bozen (Abteilung Infektionskrankheiten), Brixen (Dienst für Abhängigkeitserkrankungen), Bruneck und Meran kostenlos durchgeführt werden. 

Pro Positiv bietet Hilfe 

Der Verein "Pro Positiv Südtiroler AIDS Hilfe" bietet zudem seit 2012 einen kostenlosen und anonymen Schnelltest an, der das Vorhandensein von HIV-Antikörpern im Organismus bzw. eine HIV-Infektion feststellen kann. Die Zuverlässigkeit dieses Testes liegt dabei bei 99,95 Prozent, das Ergebnis liegt aufgrund neuer technischer Entwicklungen bereits innerhalb von etwa fünf Minuten vor.

Seit 2012 hat der Verein Pro Positiv bereits 1822 Tests durchgeführt, 14 davon waren positiv.

stol