Der 65-jährige Trentiner Chico Forti verbüßt seit dem Jahr 2000 eine lebenslange Haftstrafe in den Vereinigten Staaten für den Mord an Dale Pike. Stets hat er seine Unschuld beteuert. Das Verfahren für Fortis Überstellung nach Italien war 2020 eingeleitet worden, nachdem der Gouverneur von Florida, der Republikaner Ron DeSantis, eine von den Anwälten des Trentiner Häftlings eingereichte Petition auf der Grundlage des Straßburger Übereinkommens angenommen hatte. Das Verfahren schien jedoch ins Stocken geraten zu sein.<BR /><BR /><BR />Nach langem Warten könnte der ehemalige Windsurfing-Champion nun endlich wieder zu seinen Lieben nach Italien zurückkehren. Laut dem FdI-Abgeordneten Andrea Di Giuseppe (wohnhaft in Miami und gewählt für den Wahlkreis Nord- und Mittelamerika) könnte es „höchstens 4 bis 6 Wochen“ dauern, bis die bürokratischen Hürden aus der Welt geschafft sind. <h3> Noch einige bürokratische Hindernisse</h3>Der erste Schritt besteht darin, den 65-Jährigen aus dem Staatsgefängnis in der Nähe von Miami in ein Bundesgefängnis zu verlegen. Dies kann auf Anordnung von Floridas Gouverneur DeSantis geschehen.<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1002151_image" /></div> <BR /><BR /> Anschließend muss das US-Justizministerium das Urteil gegen Forti (das übersetzt werden muss) und die Überstellungsunterlagen an das italienische Justizministerium übermitteln. Das Ministerium wiederum muss die Unterlagen an das Berufungsgericht in Trient übermitteln, das das Urteil anerkennen und vollstrecken muss. Erst wenn diese Formalitäten abgeschlossen sind, kann die Überstellung nach Italien organisiert werden. „Meine Dienststellen werden sich bemühen, alle notwendigen technischen Schritte so schnell wie möglich zu erledigen“, sagt Justizminister Carlo Nordio dem „Corriere della Sera“. „Wir hoffen, dass auch alle anderen Schritte, an denen auch die Justizbehörden beteiligt sind, so schnell wie möglich abgeschlossen werden können.“<BR /><BR /><div class="img-embed"><embed id="1002154_image" /></div> <h3> Was passiert nach der Rückkehr nach Italien?</h3> Abgesehen von möglichen internationalen Vereinbarungen wird der 65-Jährige aus Trient den Regeln des italienischen Systems unterliegen. Dann könnten auf Forti die Regeln des italienischen Strafvollzugs angewandt werden. Das würde bedeuten, dass er bestimmte Vergünstigungen in Anspruch nehmen könnte. Da das Verfahren jedoch in den Vereinigten Staaten stattfand, kann ein italienisches Gericht keine Überprüfung des Urteils vornehmen. In jedem Fall könnte Forti den Rest seiner Strafe im Gefängnis Spini di Gardolo in Trient verbüßen. <BR /><BR />Es ist allerdings wahrscheinlich, dass Forti zunächst in eine Justizvollzugsanstalt in Rom eingewiesen werden könnte. Die Entscheidung über seine mögliche Verlegung in eine Einrichtung in der Nähe seines Wohnorts obliegt der Strafvollzugsverwaltung. <BR /><BR />Das italienische Rechtssystem ist – zumindest theoretisch – eines der fortschrittlichsten, was den erzieherischen Zweck der Strafe betrifft, sagen Experten. Zu lebenslanger Haft Verurteilte, die sich als würdig erweisen, können nach Verbüßung von mindestens 10 Jahren bestimmte Erleichterungen erhalten. Nach 20 Jahren hingegen können sie die Halbfreiheit in Anspruch nehmen, um einen Teil des Tages außerhalb des Gefängnisses zu verbringen, um zu arbeiten oder an Aktivitäten teilzunehmen, die der Rehabilitation dienen.