Er ist jener österreichische Bischof, der sich zu fast allen aktuellen Tagesthemen sofort meldet, Stellung bezieht und wenn nötig, gleich Lösungen anbietet. Ob das den Problemkreis Flüchtlinge, Klimakrise oder soziale Probleme betrifft, Glettlers Aussagen sind immer höchst aktuell. <BR /><BR />Andererseits ist er nicht nur mit seinen zieltreffenden Aussagen sehr schnell zur Stelle, sondern auch physisch, wenn es gilt, getreu seinem Wahlspruch „Geht, heilt und verkündet“ die 244 Pfarreien mit 350 Priestern zu besuchen, vor allem aber der Bevölkerung in kleinen Orten die Christmette zu zelebrieren, in Jugendzentren zu gehen, Schwerkranken Beistand zu geben oder auch die Beziehungen zu Südtirols Kirche zu pflegen. <BR /><BR />Ein bischöfliches Wirken mit einer modernen Spiritualität, also ganz im Sinne von dem durch Bescheidenheit gekennzeichneten Papst Franziskus, der eine weltweite Ausstrahlung erzielt. Der glänzende und wortgewaltige Prediger wie es in unserem Land seit den Tagen von Erzbischof Andreas Rohracher kaum einen Bischof in dieser rhetorischen Perfektion mehr gab, baut Brücken über Abgründe hinweg.<BR /><BR /> Er widmet sich verstärkt jenen, die kein Nahverhältnis zur Kirche haben. Die Diözese Innsbruck fährt mit dem am 2. Dezember 2017 konsekrierten Bischof Hermann Glettler, der am 8. Jänner 1965 in Übelbach in der Steiermark zur Welt kam, auf einem neuen Kurs.